ADB:Schwarzenau, Christoph Ludwig

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Artikel „Schwarzenau, Christoph Ludwig“ von Georg Winter in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 33 (1891), S. 257, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schwarzenau,_Christoph_Ludwig&oldid=- (Version vom 16. September 2019, 11:39 Uhr UTC)
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Schwarzenau: Christoph Ludwig S., angesehener hessischer Theologe, war in Alsfeld in Hessen am 4. Juni 1647 als Sohn eines Predigers geboren. In der Schule seiner Vaterstadt, später am Pädagogium in Darmstadt für die akademischen Studien vorbereitet, bezog er 1664 die Universität Gießen, wo er am 13. October 1667 die Magisterwürde erlangte. Er setzte nun seine Studien in Leipzig fort, wo namentlich Scherzer und Thomasius auf ihn einwirkten. Seit 1671 hielt er in Gießen philosophische und philologische Vorlesungen und wurde 1673 vom Landgrafen Ludwig VI. zum Metropolitan des Convents Itter und zum Prediger in Böhl ernannt; zugleich bekleidete er die Hofpredigerstelle bei dem Bruder des Landgrafen, Georg, der ihn besonders begünstigte. Nach des letzteren Tode hatte er trübe Zeiten durchzumachen; seine Hoffnung, die erledigte Gießner Professur für orientalische Sprachen zu erhalten, schlug fehl, und mancherlei andere Widerwärtigkeiten, über die wir nicht näher unterrichtet sind, veranlaßten ihn, nachdem er am 9. November 1686 die theologische Doctorwürde erworben hatte, im J. 1695 nach Marburg überzusiedeln, wo er dann ohne eigentliches Amt akademische Vorlesungen hielt. Erst 1715 erhielt er eine ordentliche Professur der Theologie in Gießen, die er bis zu seinem Tode (10. December 1722) bekleidete. Er hat eine ganze Reihe dogmatischer Abhandlungen geschrieben, daneben aber auch auf dem Gebiete der Kirchengeschichte gearbeitet, wie denn schon seine erste Arbeit, mit der er die Magisterwürde erwarb, kirchengeschichtlichen Inhalts war und sich mit Thomas von Aquino beschäftigte. Außerdem hat er mehrere Gelegenheitspredigten (darunter eine Leichpredigt auf Landgraf Ludwig VI.) veröffentlicht, welche nicht ohne Werth für die Kenntniß hessischer kirchlicher Zustände sind.

Vgl. J. J. Rambach, Hessisches Heb-Opfer theologischer und philologischer Anmerkungen, I, 2. Aufl., S. 518–521, Gießen 1735 und Strieder, Grundlage zu einer hessischen Gelehrten- und Schriftstellergeschichte XIV, S. 160 bis 166.