ADB:Stade, Diederich von

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Artikel „Stade, Diederich von“ von Karl Ernst Hermann Krause in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 35 (1893), S. 355–356, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Stade,_Diederich_von&oldid=2547789 (Version vom 17. August 2018, 01:18 Uhr UTC)
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Stade: Diederich v. St., der Jüngere, war der älteste der 5, den älteren Diederich überlebenden von 12 aus der Ehe mit Elisabeth Gertrud Keller geborenen Kinder. Ihr Vater, Georg Keller, stammte aus Saarbrücken und war schwedischer Regierungssecretär für Bremen und Verden in Stade. Dietrich war am 8. Februar 1674 geboren, studirte die Rechte, wurde darauf Secretär des Grafen Gustav Moritz v. Lewenhaupt, 1699 des Generalgouverneurs der Herzogthümer Bremen und Verden Grafen Nicolaus Güldenstern. Durch diesen wurde er 1704 Archivar am Landesarchiv zu Stade, 1705 Etatssecretär, Geh. Gouvernements- und Directorialsecretär des niedersächsischen Kreises, darauf 1712 Regierungsrath. Vom Könige Karl XII. wurde er geadelt, und dieser Adel ging auf seinen Sohn Dietrich Basilius (s. unten) über, während die Familie seiner Brüder bürgerlich blieb. Seine Stellung in den Herzogthümern hörte mit der dänischen Occupation auf und er floh nach Bremen; wurde aber 1711 als schwedischer außerordentlicher Gesandter nach Regensburg geschickt und ist in dieser Stellung als Comitialgesandter 1725 verstorben. S. v. Seelen, Memoria Stadeniana, Hamburg 1725.

Dietrich Basilius v. St., sein Sohn, geboren am 13. October 1705 zu Stade, wurde bis 1725 von Hauslehrern gebildet, studirte in Halle Rechte, wurde 1728 Auditor bei der Justizkanzlei zu Celle, 1730 Assessor beim dortigen Hofgerichte, 1733 Hofrath und 1736 Oberappellationsrath daselbst. 1751 wurde er Director der Justizkanzlei gleich dem jetzigen Landgericht zu Stade, † 1787. Berühmt war seine Bibliothek und vor allem seine Sammlung von Landkarten, [356] Rissen und Zeichnungen, die nach seinem Tode zerstreut sind. Vergl. (Pratje) Altes und Neues IX, S. 244 f., Archiv des Vereins für Gesch. etc. in Stade VI (1877) S. 9.

Der zweite Sohn Diederich’s des Aelteren war Johann Friedrich v. St., geboren am 2. December 1678 zu Stade; er studirte in Rostock Theologie, wurde 1700 schwedischer Gesandtschaftsprediger in Wien beim Baron v. Strahlenheim, 1707 Pastor in Rotenburg im Herzogthum Verden, 1712 schwedischer, dann hannoverscher Pastor am Dome zu Bremen, † 1740. Er gab seines Vaters „Erklärung einiger teutscher Wörter“ in einer zweiten, vermehrten Ausgabe 1724 und in einer dritten (Titel-) Ausgabe 1737 heraus. Ueber seine Schriften vergl. (Pratje) Altes und Neues VI, S. 188–191. Sein Sohn aus erster Ehe mit Ursula v. Redern, hieß wie der Vater Johann Friedrich v. St. Er war 1711 in Rotenburg geboren, von 1739–1753 zuerst Pfarradjunct, dann Pastor zu Otterstedt. 1754 wurde er als Consistorialrath und Superintendent zu Verden eingeführt, † am 20. Februar 1795. Er besaß noch die von Pratje, Altes und Neues I, S. 98 beschriebenen Collectanea ad Ducatus Brem. et Verd. pertinentia seines Großvaters. Schlichthorst, Beiträge etc. I, S. 342, II, S. 322. Schriften: Altes und Neues IX, S. 258 f. Aus des älteren Johann Friedrich zweiter Ehe mit Charitas Varenius aus Osnabrück stammte Dietrich August v. St., der 1772 Pastor in Hollern im Alten Lande bei Stade war.

Der dritte Sohn des älteren Diederich, Eberhard Friedrich v. St., geb. 1681, wurde 1708 als Nachfolger seines Mutterbruders Rudolf Keller, schwedischer, nachher hannoverischer Regierungssecretär in Stade; der jüngste, Karl Christoph, war Kaufmann in Hamburg. Die einzige Tochter, Anna Elisabeth, verheirathete sich mit Michael Georg Diecmann in Stade, einem Sohne des Generalsuperintendenten Johann Diecmann (A. D. B. V, 118), der am 5. October 1678 geboren, 1706 Auditeur bei dem Cavallerieregiment des Oberst v. Horn wurde und mit nach Polen marschirt war, nach seiner Rückkehr und seiner Verheirathung aber seinem Schwiegervater adjungirt wurde. Dieser gab ihm das Amt eines Consistorialsecretärs völlig ab, behielt aber das Archivariat, das er 1705 als Nachfolger seines ältesten Sohnes übernommen hatte, für sich. Später wurde Diecmann Hofgerichtssecretär.

Pratje, Altes und Neues XXXXI, S. 278 f.