ADB:Stahl, Wilhelm (Mathematiker)

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Artikel „Stahl, Wilhelm“ von Moritz Cantor in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 54 (1908), S. 434, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Stahl,_Wilhelm_(Mathematiker)&oldid=- (Version vom 20. Oktober 2019, 17:38 Uhr UTC)
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Stahl: Wilhelm St., Mathematiker, geboren am 8. September 1846 in Fränkisch Krumbach im Odenwald als Sohn des dortigen Pfarrers, † am 19. April 1894 in Berlin. Nach dem frühzeitigen Tode des Vaters zog die Mutter mit ihrem Sohne nach Darmstadt, wo er zum Studium vorbereitet wurde. Zunächst scheint eine technische Laufbahn vorgesehen gewesen zu sein, wenigstens studirte St. 1864–1868 am Züricher Polytechnikum die Ingenieurwissenschaften, dann aber wandte er sich 1868–1870 an den Universitäten Gießen und Berlin noch weiteren theoretischen Studien zu und promovirte 1870 als Mathematiker in Heidelberg. Er nahm an dem Kriege 1870/71 im Verbande der hessischen Division vor Metz und an der Loire Theil. Nach dem Friedensschlusse war er kurze Zeit Ingenieur, wurde aber schon 1872 als Professor der synthetischen und darstellenden Geometrie und der Graphostatik an die technische Hochschule nach Aachen berufen. Im Jahre 1892 folgte er einem Rufe für analytische Geometrie an die technische Hochschule in Charlottenburg, wo er nur noch kaum zwei Jahre wirken sollte, da ein vorzeitiger Tod sein Schaffen unterbrach. In Stahl’s wissenschaftlichen Arbeiten, von welchen drei im XX. und XXI. Bande der Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure, die übrigen in Crelle’s Journal Band 79–104 und in den Mathematischen Annalen Bd. 35 36 und 40 erschienen, sind drei Gruppen zu unterscheiden, technische aber auf synthetische Geometrie sich stützende, synthetisch-geometrische, analytisch-geometrische. Man wird daher St. vorzugsweise als Geometer zu bezeichnen haben, der von den synthetischen Methoden zu den modernen algebraischen aufstieg. Den Gipfelpunkt sollte eine als Bruchstück hinterlassene zusammenhängende Theorie der rationalen Curven bilden.

Vgl. Nekrolog von Th. Reye und A. Brill in dem Jahresbericht der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, Bd. IV, S. 36–45.