ADB:Stalbent, Adriaan

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Artikel „Stalbent, Adriaan“ von Joseph Eduard Wessely in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 35 (1893), S. 416, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Stalbent,_Adriaan&oldid=2490942 (Version vom 21. Februar 2018, 07:30 Uhr UTC)
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Stalbent: Adriaan (zuweilen auch van) St., trefflicher Maler, geboren zu Antwerpen am 17. Juni 1580. Er war von frühester Jugend für die Kunst sehr eingenommen und Frank d. j. war sein Lehrer. In die Lucasgilde seiner Vaterstadt wurde er 1609 aufgenommen und stand derselben als Decan 1618 vor. Er malte Landschaften, die er mit kleinen Figuren sehr zierlich belebte und wurde seiner Arbeiten wegen schon von seinen Zeitgenossen sehr geschätzt. Sein Ruf verbreitete sich sehr weit und König Karl I. schätzte ihn sehr, so daß er ihn an seinen Hof berief. In England führte er für diesen König wie für die Hohen des Landes viele Bilder aus, die ihm gut bezahlt wurden, so daß er nach seiner Rückkehr nach Antwerpen einer gewissen Wohlhabenheit sich erfreute, was ihn indessen nicht hinderte, die Kunst weiter fleißig auszuüben. Seine Zeichnung ist elegant, das Colorit vortrefflich, so daß sich die Beliebtheit des Künstlers daraus erklärt. Von seinen Werken nennen wir die „Anbetung der Hirten“, 1622, in Berlin, ein kleines Bild; „David besiegt Goliath“, in Madrid; „Urtheil des Midas“ und das „Göttermahl in einer Grotte“, beide in Dresden; „Ansicht von Antwerpen“, in Kopenhagen; „Ansicht von Greenwich“, wahrscheinlich in England gemalt. Für P. Neefs malte er die Staffage für seine Kirchen. Wir besitzen auch sechs geistreiche Radirungen von ihm: eine „Windmühle“, die „Ruine einer Abtei“, das „Landhaus“, ein „Fort am Meeresufer“ und ein „Fort auf dem Berge“ und die „Wassermühle“. Alle diese Blätter sind bezeichnet mit „Stalbant“ (vielleicht führte er auch diesen Namen) und mit „aqua forta“ (sic!). Sein Bildniß hat A. van Dyck gemalt und P. Pontius gestochen. Auf dem Blatte wird er Stalbent genannt. Nach Houbraken soll er noch im Alter von 80 Jahren gemalt haben. Er starb in seiner Vaterstadt am 21. September 1662 und wurde in Putten, einer Stadt in Brabant, wo auch Jordaens die letzte Ruhestätte gefunden hat, begraben.

Siehe: Houbraken, Immerzeel, Kramm, van der Kellen.