ADB:Stark, Karl Wilhelm

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Artikel „Stark, Karl Wilhelm“ von Julius Pagel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 35 (1893), S. 491–492, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Stark,_Karl_Wilhelm&oldid=- (Version vom 21. Oktober 2019, 10:42 Uhr UTC)
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Stark: Karl Wilhelm St., Arzt, wurde zu Jena am 18. Mai 1787 als Sohn des tüchtigen Klinikers und Geburtshelfers Johann Christian St. (s. o.) geboren. Seine Studien machte er seit 1804 in seiner Vaterstadt, wo er 1807 [492] die ärztlichen Prüfungen bestand und noch in demselben Jahre als Hofmedicus beim Herzog Karl August angestellt wurde. In dieser Eigenschaft begleitete er 1810 den Fürsten und 1811 die Großfürstin nach Teplitz. Erst im letztgenannten Jahre erlangte er mit der Inauguralabhandlung „Diss. qua intimus graviditatis, lactationis mensiumque profluvii consensus et convenientia ex propria mulieris vi et natura deductus demonstratur“ in Jena die Doctorwürde, machte dann von Teplitz aus 4 Jahre lang wissenschaftliche Reisen über Wien, Italien, Paris, Berlin und Halle, kehrte 1813 vorübergehend nach Jena zurück, wurde hier 1814 außerordentlicher Professor und Leibmedicus und machte 1814 den französischen Feldzug mit. Ueber Holland nach seiner Vaterstadt zurückgekehrt, nahm er hier 1815 seinen definitiven Aufenthalt und widmete sich fortab dem akademischen Lehrberufe. Er las speciell medicinische Encyclopädie, allgemeine Pathologie und Therapie, Augenheilkunde und allgemeine Chirurgie. Nachdem er einen an ihn ergangenen Ruf nach Berlin abgelehnt hatte, wurde er 1817 zum Hofrath und großherzoglichen Leibarzt, 1823 zum außerordentlichen Beisitzer der medicinischen Facultät und des akademischen Senats, 1826 zum ordentlichen Professor, 1836 zum Geheimen Hofrath ernannt und übernahm 1838 nach dem Tode seines Vaters die Direction der Landesheilanstalten. Auch wurde er 1839 Stadtphysicus. St., der am 15. Mai 1845 starb, war als Mensch, Arzt und Lehrer gleich ausgezeichnet. Auch in schriftstellerischer Beziehung entfaltete er eine rührige Thätigkeit. Von seinen Arbeiten haben noch heute eine gewisse Bedeutung die „Patholog. Fragmente“ (2 Bde., Weimar 1824–25) und seine „Allgemeine Pathologie oder allgemeine Naturlehre der Krankheit“ (2 Bde., Leipzig 1838–44). In letzterer bekennt er sich als Schüler Schönlein’s und der sogenannten „naturhistorischen Schule“. Krankheit ist nach St. ein an und auf dem gesunden Organismus sich entwickelnder Parasit, „ein Lebensproceß, der alle wesentlichen Eigenschaften des Lebens an sich trägt, aber immer ein anderes, der Form nach ihm ungleichartiges Leben zu seiner Entstehung und ferneren Existenz voraussetzt“.

Vgl. noch Biograph. Lexikon, herausgegeben von Hirsch u. Gurlt V, 511.