ADB:Suckow

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Artikel „Suckow“ von Friedrich Jännicke in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 37 (1894), S. 105–106, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Suckow&oldid=2494077 (Version vom 22. September 2017, 11:40 Uhr UTC)
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Suckow (Succow, Succov), Gelehrtenfamilie.

Simon Gabriel S., geboren zu Schwerin am 19. März 1721 als Sohn des 1726 verstorbenen Pastors an der Domkirche Joh. Daniel S., studirte zu Rostock und Jena Philosophie und Theologie, ging 1743 nach Erlangen und hielt dort mit großem Beifall Vorlesungen. Er wurde daselbst 1745 außerordentlicher und 1752 ordentlicher Professor der Philosophie. 1765 übernahm er auch die Professur für Mathematik und Physik, trat dafür aber 1770 die der Logik und Metaphysik ab. Er starb am 16. April 1786. Außer philosophischen Schriften hat er mathematische und physikalische Arbeiten veröffentlicht; erwähnt seien seine „Nachricht von der Kosmologie eines gewissen Engländers Thomas de Albiis“ (Erlanger Abhandl. 1746) und „Mémoire sur les différentes propriétés de la mer“ (Mém. Acad. Paris).

Lorenz Johann Daniel S., des Vorigen Bruder, geboren am 19. Februar 1722 zu Schwerin, studirte seit 1737 zu Rostock Jura, trieb aber mit besonderer Vorliebe Mathematik, daneben auch eifrig Musik und Malerei. Er ging 1741 nach Jena, promovirte dort im Januar 1746 mit der Schrift: „De acquisitione haereditatis ejusque effectibus secundum jus naturae“ und habilitirte sich darauf im April für Mathematik und Physik (incl. Baukunst) mit der „Disputatio de expansione aeris per ignem“. Aus den Vorlesungen, die S. als Privatdocent hielt, gingen die „Ersten Gründe der bürgerlichen Baukunst“ (Jena 1751) hervor, die in mehreren Auflagen erschienen und denen später die „Ersten Gründe der Kriegsbaukunst“ folgten (Frankfurt und Leipzig 1769). Eine Berufung nach Erlangen 1754 ausschlagend, nahm S. im gleichen Jahr eine Stelle am Hamburger Gymnasium an; er begab sich 1755 dorthin, kehrte aber schon im darauffolgenden Jahr nach Jena als ordentlicher Professor der Physik und Mathematik zurück. Er hat als solcher noch mancherlei Schriften über verschiedene Gegenstände veröffentlicht, den „Entwurf einer Naturlehre“ (1761), eine „Einleitung in die Forstwissenschaft“ (1775), über „Ursache von Ebbe und Fluth“ (1766), „Verwandtschaft der Körper“ u. a. Er starb als weimarischer Geheimer Kammerrath am 16. August 1801. Eine Selbstbiographie hat er zu Baldinger’s Biographien jetztlebender Aerzte und Naturforscher 1. Bd. beigesteuert; sein Schattenriß findet sich im Akademischen Taschenbuch auf das Jahr 1791. Söhne des Lorenz Johann Daniel S. sind:

Georg Adolf S., geboren am 28. Januar 1751 zu Jena, † am 13. Mai 1813 (nach anderer Lesart am 18. März) zu Heidelberg. Er promovirte 1772 zu Jena mit der Dissertation: „Analyses chemicae aquarum Jenensium“ und war seit 1774 Professor der Physik, Chemie, Naturgeschichte und Cameralwissenschaften in Heidelberg, beständiger Secretär der physikalisch-ökonomischen Gesellschaft daselbst und seit 1805 Geheimer Hofrath. Im October 1781 wird er als Professor auf der kurfürstlichen hohen Schule zu Lautern erwähnt. Entsprechend seiner Lehrthätigkeit hat S. auch über die verschiedensten Dinge geschrieben; doch läßt sich in seinen sehr zahlreichen Schriften ein Grundzug deutlich erkennen: die Verwerthung der Wissenschaft für die Zwecke des Lebens, für Technik und Gewerbe. So führt seine erste Schrift, die er als Professor veröffentlichte, gleichsam als Motto für viele folgende den Titel: „Von dem Nutzen der Chymie zum Behufe des bürgerlichen Lebens etc.“ (Mannheim 1775). Gerberei, Färberei, Quecksilbergewinnung, chemische und mineralogische Untersuchungen der Baumaterialien sind Dinge, die er in den Kreis seiner Betrachtung zieht. S. hebt auch (und wohl als erster) den Werth des Gypses als Düngemittel hervor (Kurpfälz. physik.-ökon. Ges. 1775). Aber nicht nur auf dem Gebiet der angewandten Wissenschaft hat S. Verdienste; auch die reine Wissenschaft hat er in einigem bereichert; besonders waren es hier Untersuchungen über Verhalten und [106] Eigenschaften der Gase, die ihn beschäftigten, und in einer bemerkenswerthen Schrift hat er 1782 die Nothwendigkeit des Sauerstoffs für das Pflanzenleben dargethan („Versuche über die Wirkungen verschiedener Luftarten auf die Vegetation“. München 1782. – Comment. Acad. Theodoro-Palatinae V. 1784). Söhne von Georg Adolf S. sind: Friedrich Wilhelm Ludwig S. (vgl. u.) und Johann Karl, der 1807 in Heidelberg promovirte und sich dort als Arzt niederließ.

Wilhelm Karl Friedrich S., des Vorigen Bruder, geboren zu Jena am 29. December 1770, studirte zu Jena und Wittenberg Medicin, promovirte 1795 in Jena mit der „Diss. exibens toxicologiae theoreticae delineationem Pars I.“ und habilitirte sich darauf mit dem zweiten Theil derselben. 1801 wurde er außerordentlicher Professor der Medicin und Subdirector der Klinik. 1805 verließ er Jena, um beim Grafen Hochberg zu Fürstenstein in Schlesien Leibarzt zu werden, kehrte aber 1808 zurück, wurde 1811 Mitdirector des klinischen Instituts, 1816 ordentlicher Professor. Er las über Pharmakologie, Toxikologie, Pathologie, allgemeine und specielle Therapie, veröffentlichte mehreres, darunter eine „Pharmakopoe in zwei Theilen“ für klinische Institute und war Mitarbeiter an Schmidt’s Jahrbüchern. Gestorben am 30. Juli 1848 als Geheimer Hofrath zu Jena. Söhne von Wilhelm Karl Friedrich S. sind: Gustav und Heinrich Emil.

Gustav S., Naturforscher, geboren am 7. Mai 1803 zu Jena, promovirte daselbst 1828 mit einer Schrift über die chemischen Wirkungen des Lichtes, habilitirte sich darauf und wurde weiterhin außerordentlicher, dann ordentlicher Professor zu Jena. Er schrieb „Systematische Encyklopädie und Methodologie der theoretischen Naturwissenschaften“ (Halle 1839), sowie zahlreiche Artikel physikalischen und vorwiegend mineralogischen Inhalts in Poggendorff’s Annalen, der Zeitschrift f. d. gesammten Naturwissenschaften u. a. periodischen Schriften. Gestorben am 17. August 1867.

Heinrich Emil S., geboren zu Jena 1805, Mediciner, promovirte 1830 zu Jena, war Privatdocent daselbst und in Bonn und wurde 1836 Kreisphysikus zu Jauer. Er veröffentlichte einen „Grundriß der speciellen Semiotik“ (Jena 1838) sowie Aufsätze in verschiedenen Zeitschriften.

Meusel, Das gelehrte Teutschland Bd. 7, 13, 15, 20. – E. G. Baldinger, Biographieen jetzt lebender Aerzte I, 126. Jena 1770. – Poggendorff, biographisch-litterarisches Handwörterbuch I, 1046. – Callisen, medicin. Schriftstellerlexikon XIX, 32. – Hirsch, biographisches Lexikon der Aerzte V, 577.