ADB:Suhm, Ulrich Friedrich von

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Artikel „Suhm, Ulrich Friedrich von“ von Franz Schnorr von Carolsfeld in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 37 (1894), S. 138–139, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Suhm,_Ulrich_Friedrich_von&oldid=- (Version vom 10. Dezember 2019, 06:21 Uhr UTC)
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Suhm: Ulrich Friedrich v. S., sächsischer Diplomat, geboren zu Dresden am 29. April 1691 als Sohn des am 3. März 1720 gestorbenen sächsischen Gesandten am französischen Hofe Burchard v. S., † zu Warschau am 8. November 1740, ist durch sein freundschaftliches Verhältniß zu Friedrich dem Großen, wovon die im Jahre nach des letzteren Tode im Druck erschienenen, zwischen ihm und dem jungen Prinzen gewechselten Briefe Zeugniß ablegen, bekannt geworden. S. studirte in Genf und wurde dann von seinem eigenen Vater in der diplomatischen Praxis unterwiesen. Schon 1718 durfte er den Feldmarschall Grafen Flemming in amtlicher Eigenschaft nach Wien begleiten. Vom Jahre 1720 an vertrat er den Dresdner Hof als Gesandter in Berlin, verbrachte in dieser Stadt, nachdem er, wie es scheint, politischer Verhältnisse wegen 1730 aus dieser Stellung abberufen worden war, den größten Theil auch der folgenden sechs Jahre als Privatmann, und erhielt darauf zu Ende des Jahres 1736 den Gesandtschaftsposten in St. Petersburg. Hier verblieb er, bis ihn Friedrich kurz nach seinem Regierungsantritt in seine Nähe berief. S. erhielt aus Dresden seine Entlassung in der ehrenvollsten Weise und hatte, um dem Rufe nach Berlin zu folgen, Petersburg bereits verlassen, als er unterwegs erkrankte und starb. Sein fürstlicher Freund schrieb am 16. November 1740, nachdem er seinen Tod erfahren hatte, an den Grafen Algarotti: „Je voudrais plutôt avoir perdu des millions. On ne retrouve guère des gens qui ont tant d’esprit joint avec tant de candeur et de sentiment … Sa mémoire durera autant qu’une goutte de sang circulera dans mes veines, et sa famille sera la mienne“. Mit dieser Wärme der Empfindung steht der Inhalt des gedruckten Briefwechsels der beiden Freunde, der die Jahre von 1736–1740 umfaßt, im Einklang. Man erfährt daraus, daß Wolff’s Philosophie ein Band zwischen ihnen abgab und S. die Aufgabe zugefallen war, Wolff’s „Vernünftige Gedanken [139] von Gott, der Welt und der Seele des Menschen, auch aller Dinge überhaupt“ für seinen Gönner stückweise in die französische Sprache zu übersetzen. Das Vertrauen, das S. genoß, erstreckte sich jedoch auch auf geschäftliche Dinge, wie die Aufnahme geheimer Darlehen für die bedrängte Casse des Kronprinzen. In den Acten des kgl. Hauptstaatsarchivs in Dresden ist S. durch zahlreiche amtliche Schriftstücke vertreten; auch findet man daselbst einen vom 25. September 1728 datirten Brief, worin er allerhand Familiennachrichten mittheilt. Der Wappenbrief der Familie ist vom 31. December 1683 datirt. Seine ihm im Tode vorangegangene Gattin war eine geborne v. Lith.

Correspondance familière et amicale de Fréderic Second avec U. F. de Suhm T. 1. 2. Berlin 1787 (= Oeuvres de Fréderic le Grand T. XVI. Berlin 1850. S. 271–448). – Preuß, Friedrich der Große I, 233 u. 463 f. – Derselbe, Friedrich der Große mit seinen Verwandten und Freunden S. 24 ff. Befremdlich ist, daß Oettinger in seinem Moniteur des dates T. 5, 99 entgegen dem Zeugniß seiner gedruckten Briefe angeben kann, daß S. „zu Dresden 29. April, nicht November, 1740“ gestorben sei.