ADB:Taube, Emil Heinrich

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Artikel „Taube, Emil Heinrich“ von Paul Tschackert in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 37 (1894), S. 420, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Taube,_Emil_Heinrich&oldid=2507513 (Version vom 26. März 2017, 16:54 Uhr UTC)
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Taube: Emil Heinrich T., evangelischer Geistlicher, † 1892. Als praktisch-theologischer Schriftsteller und als der Zeit nach erster Generalsuperintendent der 1886 gebildeten Kirchenprovinz Westpreußen verdient Emil T. besondere Beachtung. Er wurde am 15. December 1819 zu Liebenwerda im Regierungsbezirk Merseburg geboren, erhielt seine Vorbildung 1831–1840 auf dem Gymnasium zu Zeitz und studirte darauf drei Jahre Theologie zu Halle, wo er Tholuck’s Amanuensis war. Nachdem er 1844 als Hülfsprediger in Giebichenstein bei Halle gewirkt, wurde er am 27. October 1845 in Berlin als Pfarradjunct für Güstrow in der Uckermark ordinirt und ging 1849 als Pfarrer nach Unterbarmen, wo er auch Superintendent der Diöcese Elberfeld-Barmen und Regierungsrath wurde. 1864 siedelte er als Oberpfarrer und Superintendent nach Bromberg über und erhielt mit diesem Amte zugleich die Stelle eines Consistorialrathes im Consistorium der Provinz Posen. Nachdem darauf gegen Ende der 70er Jahre Westpreußen als eine besondere politische Provinz von Ostpreußen getrennt worden war, und sich die Nothwendigkeit herausstellte, auch die kirchliche Verwaltung dementsprechend selbständig zu gestalten, wurde T. am 1. September 1883 zum Generalsuperintendenten der Provinz Westpreußen berufen. Als solcher gehörte er zunächst dem damals noch beiden Provinzen vorgesetzten Consistorium zu Königsberg an, weshalb er auch dort seinen Wohnsitz hatte; aber seine Berufung war der erste Schritt zur Selbständigmachung der Kirchenprovinz Westpreußen. Diese vollzog sich, als am 1. November 1886 das Consistorium für Westpreußen zu Danzig errichtet wurde, wohin T. nunmehr übersiedelte. Hier hat er rastlos thätig die kirchliche Verwaltung nach ihrer geistlichen Seite in Fluß gebracht und als liebevoller pastor pastorum, als gewissenhafter Vorsitzender der Examinationscommission, als gesalbter Prediger und fruchtbarer, praktischer Schriftsteller in großem Segen gewirkt, bis er infolge eines Schlagflusses am 15. December 1892 zu Danzig sanft verschied.

Von seinen zahlreichen Schriften sind seine praktisch-exegetischen die wichtigsten; außerdem existiren mehrere Predigtsammlungen und einzelne Predigten von ihm. Er veröffentlichte: „Ueber die Temperamente und ihren Einfluß auf die religiös sittliche Entwickelung des Menschen. Eine Vorlesung“ (Barmen 1860); „Das Wort des Herrn an christliche Eheleute, Eltern und Dienstboten. Dargelegt in drei Predigten“ (Bromberg 1867); „Passions- und Osterpredigten“ (Hamburg 1873); „Praktische Auslegung der Psalmen, zur Anregung und Förderung der Schrifterkenntniß den Hirten wie der Heerde Christi dargeboten“ (6 Hefte, 1. Aufl. 1858–1869, 2. Aufl. Bromberg 1880, 3. Aufl. Berlin 1884, 4. Aufl. Berlin 1892, Gärtner’s Verlag); „Gottes Brünnlein hat Wassers die Fülle. Predigten über freie Texte im Anschluß an das Kirchenjahr“ (1. Aufl. Hamburg 1872, 2., verm. Aufl. 1883); „Predigt zur Eröffnung der 1. westpreußischen Provinzial-Synode, gehalten am 9. November 1887 zu St. Marien in Danzig“ (Danzig 1887); „Predigten, über fortlaufende Texte des 1. Buches Mose gehalten“ (1. Aufl. Breslau 1858, 2., verb. u. verm. Aufl. Berlin 1888); „Festpredigt zum 300jährigen Kanzel-Jubiläum am Reformationsfeste den 4. Nov. 1888 in St. Marien zu Elbing über Psalm 78, 2–7“ (Elbing 1889).

Zu vgl. Evangelische Rundschau, (kirchliche) Zeitung. Danzig 1892, Nr. 51.
P. Tschackert.