ADB:Taxis, Karl Theodor Prinz von

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Artikel „Taxis (Thurn und Taxis), Karl Theodor Prinz von“ von Josef Rübsam in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 37 (1894), S. 507–508, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Taxis,_Karl_Theodor_Prinz_von&oldid=2507561 (Version vom 17. Dezember 2018, 12:46 Uhr UTC)
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Taxis (Thurn und Taxis): Karl Theodor, Prinz von Th. und T., geboren am 17. Juli 1797 zu Prag als vierter Sohn des Prinzen Maximilian Josef (S. 517), erhielt von seinem Taufpathen, dem Kurfürsten Karl Theodor von Baiern, am 3. Juni 1798 die Inhaberschaft über das damals aus Dragonern bestehende Familienregiment „Taxis“ (s. den Artikel über den Prinzen Christian), welches durch den Uebertritt seines Vaters in die österreichische Armee erledigt war. Zur Erlernung des Dienstes trat K. Theod. am 8. September 1814 als Gemeiner bei dem vierten Chevauxlegersregiment „König“ in Augsburg ein und wurde zu Beginn des Feldzuges im J. 1815 vom Fürsten Wrede als Adjutant in sein Hauptquartier berufen. Seine militärischen Kenntnisse erweiterte er durch rege Betheiligung an den Manövern ausländischer Truppenkörper. Am 31. März 1848 übernahm er die vierte Armeedivision, welche zur Dämpfung des Aufruhres in der Pfalz bestimmt war. Sowol in diesem als auch im folgenden Jahre gelang es seinem energischen Auftreten, die Ruhe und Ordnung daselbst wieder herzustellen. Am 20. November 1848 zum Commandanten des zweiten Armeecorps ernannt, erhielt er vom Könige Maximilian II. am 6. Aug. 1850 die Beförderung zum General der Cavallerie. Unter äußerst schwierigen Verhältnissen rückte K. Theod. im Spätherbst des Jahres 1850 an der Spitze der Bundestruppen in Kurhessen ein. Seiner Selbstverleugnung und Mäßigung ist es zu danken, daß trotz der hohen Spannung zwischen Nord und Süd der Friede erhalten blieb. König Maximilian II. ernannte den hochverdienten General am 9. Februar 1851 zum lebenslänglichen Reichsrath der Krone, in welcher Stellung er segensreich für Baiern und sein Heer wirkte. Der im J. 1866 zwischen dem deutschen Bunde und Preußen ausgebrochene Krieg rief den an der Schwelle seines siebzigsten Lebensjahres stehenden General vom Krankenbett zu den Waffen. Bei Hammelburg stritt die preußische Division [508] Beyer mit 11 000 Mann und 30 Geschützen gegen 3900 Baiern mit 13 Geschützen unter K. Theod. fünf Stunden lang um den Sieg.

Als General der Cavallerie in Disponibilität starb K. Theod. am 21. Juni 1868 zu München, woselbst er auch beerdigt wurde. Aus seiner Ehe mit Juliane Caroline, Gräfin v. Einsiedel, wurde ihm, außer drei Töchtern, am 31. October 1831 zu Würzburg ein Sohn geboren, Prinz Maximilian Friedrich, welcher den Stamm fortpflanzte. Derselbe schied als königlich bairischer Major aus dem Dienste und widmete sich, im J. 1887 zum Großcomthur ad honores des bairischen St. Georgiritterordens ernannt, mit größter Hingebung und bestem Erfolge der Sammlung des Materials für eine Geschichte des fürstlichen Hauses von Thurn und Taxis. Der historische Verein in Neuburg an der Donau ernannte ihn zu seinem Ehrenpräsidenten. Alle gemeinnützigen Bestrebungen fanden bei ihm die wärmste Pflege. Am 10. Juni 1890 verschied Prinz Maximilian Friedrich nach langen schweren Leiden zu Neu-Wittelsbach bei München und wurde in der Taxis’schen Familiengruft auf dem südlichen Friedhofe daselbst beigesetzt.

Münch, Aus dem Leben des Fürsten Karl Theodor. München 1869. – Allgemeine Zeitung, Jahrg. 1890, Nr. 161, Abendblatt. – Geschichte und Thaten des k. bayerischen 2. Chevaulegers-Regiments Fürst von Thurn und Taxis. Ansbach 1847. – Einen warmen Nekrolog auf den Prinzen Maximilian Friedrich veröffentlichte J. Pfeffer im Kollektaneen-Blatt für die Geschichte Bayerns, insbesondere des ehemaligen Herzogthumes Neuburg LIV (1890), 169–195.