ADB:Turnhout, Gerard van

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Turnhout, Gerard van“ von Robert Eitner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 39 (1895), S. 25–26, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Turnhout,_Gerard_van&oldid=- (Version vom 15. Oktober 2019, 11:39 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Turner, Robert
Nächster>>>
Turnhout, Jean van
Band 39 (1895), S. 25–26 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Gérard de Turnhout in der Wikipedia
GND-Nummer 129773751
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|39|25|26|Turnhout, Gerard van|Robert Eitner|ADB:Turnhout, Gerard van}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=129773751}}    

Turnhout: Gerard van T., ein niederländischer Componist des 16. Jahrhunderts, wahrscheinlich nach seiner Geburtsstadt benannt (Turnhout in der Provinz Antwerpen). Die erste Nachricht über ihn erhalten wir durch seine Anstellung als Priester und Sangmeister bei den Mitbrüdern (confrèrie) der heil. Jungfrau in Antwerpen um 1562 und ein Jahr später an der Kathedrale daselbst. Am 15. Juni 1572 reiste er nebst anderen Sängern als ernannter Capellmeister König Philipp’s II. von Spanien nach Madrid. 1574 erhielt er eine Präbende zu Anderlecht, dann eine zu Tournai und zu Aire in Artois. Sein Tod wird mit dem 15. September 1580 verzeichnet. Siehe Fétis und die Zusätze und Verbesserungen in Straeten (la mus. aux Pays–Bas, I, 91; VIII, 84, 93, 104). T. genoß als Componist ein großes Ansehen, was sich besonders kund gibt durch die Gesänge, welche seine Zeitgenossen in ihre Musiksammelwerke aufnahmen (siehe meine Bibliographie). Von den zu seiner Zeit erschienenen Compositionen verzeichnet Fétis drei Sammlungen von 1568 bis 1570, doch läßt sich thatsächlich nur noch eine nachweisen, und zwar befindet sich das einzig bekannte Exemplar in der Hofbibliothek in Wien. Er gab dieselbe [26] heraus, als er noch in Antwerpen an der Kathedrale der Beata Virgo als „Phonascus“ angestellt war. Der Titel lautet: „Sacrarum ac aliarum cantionum trium vocum tam viva voce etc. Liber unus.“ Lovanii 1569, P. Phalese. 3 Stb. kl. qu.-40, 39 Gesänge. Die beiden anderen bei Fétis verzeichneten Drucke bestehen aus einer Sammlung Messen zu 4 bis 6 Stimmen 1570 ebendort erschienen und einer Sammlung Motetten zu 4 bis 5 Stimmen, 1568 ebendort. Die Neuzeit hat von seinen Werken noch keinen Gebrauch gemacht.