ADB:Vögelin, Johann Konrad

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Artikel „Vögelin, Johann Konrad“ von Gerold Meyer von Knonau in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 40 (1896), S. 141–142, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:V%C3%B6gelin,_Johann_Konrad&oldid=- (Version vom 18. Juli 2019, 11:43 Uhr UTC)
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Vögelin: Joh. Konrad V., geboren 1792, † am 15. November 1847, schweizerischer Geschichtschreiber. Nach seinen Studien dem theologischen Berufe angehörend, seit 1819 langjähriger Pfarrer – mit dem Jahre 1831 Decan – an der Kirche zu Benken im nördlichsten Theile des Kantons Zürich, war dieser aus einem stadtzürcherischen Geschlecht stammende Freund historischer Studien ein seiner Zeit mit Recht beliebter Bearbeiter der Geschichte der Schweiz für weitere Kreise. V. trug schon in seinen Vicariatsjahren und noch später mit großem Fleiße Materialien zu einer breitangelegten handschriftlichen „Geschichte der Stadt Zürich“ zusammen, deren sauber ausgeführte sechs Foliobände als Geschenk von F. S. Vögelin (s. unten) jetzt auf der Zürcher Stadtbibliothek liegen. Augenscheinlich auf Grund dieser vielfach zur eidgenössischen Geschichte sich erweiternden Schilderung gab er dann 1820 bis 1825 seine dreibändige bis 1798 reichende „Geschichte der Schweizerischen Eidsgenossenschaft“ heraus, ein in kräftiger, klarer und guter Sprache gehaltenes Werk, dessen wackere Tendenz ein längeres Vorwort darlegt. Von 1827 bis 1838 erschien darauf, in zwei Bänden, wobei der zweite in zwei Theile zerfällt, eine zweite Auflage, und zwar mit frischem Muthe bis ins Jahr 1838 selbst fortgeführt; das aufrichtig patriotische Schlußwort zeigt, daß der Verfasser durch diese Fortsetzung bis in die unmittelbare Gegenwart durchaus nicht neugierigem Kitzel genügen wollte. Erst nach Vögelin’s Tode ließ dann H. Escher (s. A. D. B. VI, 354) eine dritte Auflage, von 1855 an, in völliger Umarbeitung erscheinen. Die Abklärung des Begriffs der Geschichte zeigt sich z. B. darin, daß V. 1820 noch mit keinem Worte vom Bunde von 1291 redete, einzig den „Bund im Rütli 1307“ kannte, [142] während Escher dem „ersten urkundlichen Bund der drei Waldstätte“ einen eigenen Abschnitt widmet, die Ereignisse von 1307 und 1308 ausdrücklich unter Hinweis auf „die alten Chroniken“ – also unter Ablehnung eigener voller Verantwortung – erzählt. V. gab neben diesem größeren Werke noch eine „Schweizergeschichte für Schulen“, in kurzem Abrisse, 1833 in erster, 1836 schon in zweiter Auflage, heraus. Endlich begann er noch, einen „Historisch-geographischen Atlas der Schweiz“ 1846 herauszugeben, dessen Karten auf breitem Rande Erläuterungen und Textbeigaben enthalten. Doch wurden von V. nur sechs Blätter zu Ende gebracht, worauf G. Meyer von Knonau (s. A. D. B. XXI, 619) fünf weitere folgen ließ, endlich der Verf. d. Art. die vier letzten besorgte. Auch dieser Atlas war für die Zeit seines Inslebentretens eine sehr anerkennenswerthe Leistung.