ADB:Veltheim, Röttger Graf von

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Artikel „Veltheim, Röttger Graf von“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 39 (1895), S. 594–595, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Veltheim,_R%C3%B6ttger_Graf_von&oldid=- (Version vom 25. Mai 2019, 19:42 Uhr UTC)
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Veltheim: Röttger Graf v. V., namhafter Hippologe, ein Sohn des gelehrten Grafen August Ferdinand v. V. (s. o. S. 585), wurde am 25. Januar 1781 auf dem im Magdeburgischen unweit der damaligen Universitätsstadt Helmstedt belegenen Gute Harbke, dessen Name vielfach dem seinigen beigefügt wird, geboren und durch den Verkehr seines Vaters mit den Professoren der Nachbarstadt von Jugend auf geistig angeregt. Durch den am 2. October 1801 erfolgten Tod des Vaters gelangte er, vor der gesetzlich bestimmten Zeit für mündig erklärt, schon im J. 1802 in den Besitz eines Vermögens, welches ihm gestattete, ganz seinen Neigungen zu folgen, die sich auf das Landleben und auf Reisen richteten und ihn bewogen, dem Staatsdienste fern zu bleiben. Namentlich hatte die Pferdezucht großes Interesse für ihn, welches Veranlassung wurde, daß er sich mit derselben sowol praktisch wie theoretisch vielfach beschäftigte. Außer zahlreichen Aufsätzen in englischen und deutschen Fachzeitschriften schrieb er ein Aufsehen erregendes Buch unter dem etwas undeutlichen Titel „Bemerkungen über die englische Pferdezucht mit Beziehung ihrer Grundsätze auf die Veredelung des Pferdegeschlechtes in Deutschland“ (Braunschweig 1820), in welchem er unter den Eindrücken einer im J. 1818 nach England und Frankreich unternommenen Reise sich dafür aussprach, die deutsche Pferdezucht nicht auf die Fortpflanzung durch das englische Vollblut zu begründen, sondern für die Zwecke derselben Gestüte zu errichten, in denen orientalische Hengste und Stuten aufgestellt werden sollten. Er trat dadurch in einen Gegensatz zu den in jener Zeit vorherrschenden Ansichten, welche auch jetzt noch die maßgebenden sind. Nachdem eine Ehe, welche er am 24. December 1802 mit einem Fräulein v. Lauterbach geschlossen hatte und aus welcher eine wieder mit einem V. vermählte Tochter hervorgegangen [595] war, im J. 1806 getrennt worden, worauf die Geschiedene den Fürsten Malte Putbus heirathete, schritt V. am 26. März 1808 zu einer zweiten, kinderlos gebliebenen Ehe mit einem Fräulein v. Bülow. Wenige Stunden nach dem am 27. März 1848 erfolgten Tode der Letzteren erschoß er sich, da er ohne sie nicht leben mochte, am nämlichen Tage zu Braunschweig.

Neuer Nekrolog der Deutschen, 26. Jahrg., 2. Th., Nr. 216, Weimar 1850.