ADB:Viborg, Erich Nissen

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Artikel „Viborg, Erich Nissen“ von Carl Leisewitz in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 39 (1895), S. 667–668, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Viborg,_Erich_Nissen&oldid=- (Version vom 15. Oktober 2019, 14:18 Uhr UTC)
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Viborg: Erich Nissen V., Director der Veterinärschule zu Kopenhagen und Secretär bei der dortigen Gestütsdirection, † am 25. September 1822. Er war am 5. April 1759 zu Bedstedt in Dänemark geboren und wurde durch Erziehung und Unterricht auf das theologische Studium vorbereitet, womit er auch dem elterlichen Wunsche gemäß im Jahre 1779 an der Universität zu Kopenhagen vorerst beginnen mußte. Aus Neigung betrieb er nebenbei auch naturwissenschaftliche Studien und wurde ein eifriger Hörer bei dem Professor Abilgaard. Auf dessen Rath folgte er jedoch bald dem inneren Triebe, gab die Theologie auf und widmete sich ganz dem Studium der Thierheilkunde. Nach Absolvirung der bezüglichen Prüfungen wurde ihm der Auftrag, als Lector an der Veterinärschule und dem botanischen Institute zu functioniren, welchen Dienst er von 1784 bis 1787 zu versehen hatte. Während der nächsten beiden Jahre führte er auf Staatskosten mehrere größere Instructionsreisen aus, behufs weiterer Information für die wissenschaftliche Pflege der Veterinärkunde wie der Botanik. Dabei erwarb er viele werthvolle, zu Lehrmitteln geeignete Objecte, mit welchen er die Sammlungen der dänischen Veterinärschule zu bereichern vermochte. Auch benützte er die auf seinen Reisen durch Holland, Belgien und Frankreich gemachten Beobachtungen, um den Anlaß zur Verbesserung der Dünencultur in seinem [668] Vaterlande zu geben. Nachdem er 1790 zum Professor der Thierheilkunde, sowie zum Düneninspector ernannt war, verlegte er seine Thätigkeit mehr und mehr auf das veterinärwissenschaftliche Gebiet. Zwar mußte er 1798 noch die Function eines Mitdirectors des botanischen Gartens übernehmen, um damit einen Einfluß auf die Pflege dieses Institutes zu gewinnen, aber schon 1801 wurde er zum Nachfolger Abilgaard’s als Director der Veterinärschule und als Secretär bei der kgl. Gestütsdirection ernannt, womit ihm nunmehr auch die Hauptaufgaben für sein öffentliches Wirken vorgezeichnet waren. Unter seiner tüchtigen Leitung gelangte die Veterinärschule in Kopenhagen bald zu europäischem Rufe und ebenso rückte das Gestüt zu Frederiksborg auch in seine Glanzperiode ein. Zur weiteren Förderung der Thierheilkunde gründete er einen Verband der Veterinärärzte und Schulen, welchem eine von ihm redigirte Zeitschrift als Organ dienen mußte.

Seine litterarische Thätigkeit war ebenso vielseitig wie sein amtliches Wirken und trug ihm mehrfache Auerkennungen ein, so wurde ihm für seine schon 1784 erschienene Schrift: „Tentamen eudiometriae perfectionis“ die goldene Medaille von der dänischen Gesellschaft der Wissenschaften zuerkannt und für seine um 1794 veröffentlichte Abhandlung: „Ueber Pappel- und Weidepflanzungen“ verlieh ihm die dänische landwirthschaftliche Gesellschaft ebenfalls eine goldene Medaille. Desgleichen wurde er für seine Schrift: „Ueber Verbesserung der Schweinerassen“ noch von dem französischen Central-Ackerbauverein im Departement Seine mit der goldenen Medaille ausgezeichnet. Außerdem lieferte er eine Reihe von Aufsätzen veterinärwissenschaftlichen Inhalts für seine Zeitschrift, auch verfaßte er 1820 eine Abhandlung „über Epizootieen“ und 1821 ein „Handbuch der Pferdekenntniß“, welche Schriften in weiteren Kreisen Verbreitung und Anerkennung fanden.

Vgl. Lengerke’s und Krafft’s Landwirthschaftliche Konversationslexika.