ADB:Vlerick, Pieter

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Artikel „Vlerick, Pieter“ von Hermann Arthur Lier in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 40 (1896), S. 89, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Vlerick,_Pieter&oldid=- (Version vom 20. August 2019, 01:31 Uhr UTC)
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Vlerick: Pieter V., Maler, wurde als Sohn eines Rechtsgelehrten im J. 1539 zu Kortrijk geboren. Seinen ersten künstlerischen Unterricht erhielt er durch G. Willem Snellaert, dann aber nahm sich Karl van Ypern seiner an, mit dem er sich jedoch auf die Dauer nicht vertragen konnte. Er wandte sich daher nach einem kurzen Aufenthalt in Mecheln nach Antwerpen und trat hier bei Jacob Floris in die Lehre. Später finden wir ihn auf Reisen in Frankreich und in Italien, wo er in Venedig unter Tintoretto und in Rom nach der Antike, sowie nach dem „letzten Gericht“ und den Sculpturen Michel Angelo’s arbeitete. Er entwickelte überhaupt in Rom eine bedeutende Thätigkeit in allen Fächern der Malerei und half dem Maler Girolamo Muziano bei seinen Arbeiten in der Villa d’Este. Nach der Rückkehr in seine Heimath malte er sowohl Bilder mit religiösen Stoffen, als Architekturstücke, namentlich verfallene Tempel und sonstige Ruinen. Im J. 1568 oder 1569 siedelte er nach Doornick über, wo er nur wenig Gelegenheit fand, seine Bilder abzusetzen, obwol er auch hier noch einige gute Bilder zu Stande brachte. Er mußte dort der Zunft der Goldschmiede beitreten, die mit der der Maler und Glaser vereinigt war. Im J. 1575 erscheint er als Unterältester dieser Zunft in den Acten. Der Krieg und die Pest brachten ihm in der letzten Zeit seines Leben vielerlei Nöthe. Er starb zu Doornick an der Pest am Fastnachtsdienstag des Jahres 1581. Sein Schüler Karel van Mander setzte ihm in seinem „Schilder-Boek“ ein Denkmal der Anerkennung, das vielleicht zu glänzend für die Leistungen Vlerick’s ausgefallen ist. Dort findet man auch eine Aufzählung seiner Werke, über deren Verbleib wir nicht unterrichtet sind.

K. van Mander, Le livre des peintres. Traduction, notes et commentaires par H. Hymans. Paris 1884. I, 384–396.