ADB:Walter, Johann Gottlieb

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Artikel „Walter, Johann Gottlieb“ von Julius Pagel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 41 (1896), S. 26, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Walter,_Johann_Gottlieb&oldid=- (Version vom 20. November 2019, 15:22 Uhr UTC)
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Walter: Johann Gottlieb W., Anatom und Präparator, wurde am 1. Juli 1734 zu Königsberg i/Pr. als Sohn des Vorstehers am großen städtischen Spital geboren. Schon als Knabe interessirte er sich für die Heilkunde und namentlich für Gegenstände aus dem Gebiet der Anatomie. Seine Studien machte er in seiner Vaterstadt und in Berlin, wo er bei dem bekannten Anatom J. Fr. Meckel wohnte und unter N. Lieberkühn das Injiciren lernte. Nachdem er 1757 in Frankfurt a. O. die Doctorwürde erlangt hatte, wurde er 1760 Prosector bei dem genannten Meckel, erhielt 1760 die zweite und 1774 nach dem Tode des letzteren die erste Professur der Anatomie. In dieser Stellung, neben der er eine Zeit lang die Professur der Geburtshülfe an der Charité versah, wirkte er bis zu seinem am 3. Januar 1818 erfolgten Lebensende. Er hat sich um den anatomischen Unterricht dadurch besonders verdient gemacht, daß er ein bedeutendes anatomisches Museum herstellte, welches 1803 vom Staate für 100 000 Thaler angekauft und die Grundlage des jetzigen großen anatomisch-zootomischen Museums der Berliner Hochschule wurde. Die Sammlung, zu der W. selbst die meisten und namentlich ausgezeichnete Nervenpräparate geliefert hatte, umfaßte beim Ankauf 2868 Nummern und wurde bis zur Uebernahme durch Rudolphi im J. 1810 auf 3263 Stück vermehrt. – In schriftstellerischer Beziehung sind außer einer Reihe von Arbeiten in den Abhandlungen der Berliner Akademie der Wissenschaften, anatomischen, zoologischen, allgemein biologischen und pathologischen Inhalts noch folgende selbständige Arbeiten Walter’s bemerkenswerth: „Theses anatomico-physiologicae, dissertationi de emissariis Santorini praemissae“ (Königsberg 1757); „Abhandlung von trocknen Knochen des menschlichen Körpers“ (Berlin 1798); „Observationes anatomicae“ (ebd. 1775); „Myologisches Handbuch“ (ebd. 1795); „Epistola anatomica de venis oculi summatim et in specie de venis oculi profundis, retinae, corporis ciliaris, capsulae lentis corporis vitrei et denique de arteria centrali retinae“ (ebd. 1778); „Tabulae nervorum thoracis et abdominis“ (ebd. 1783).

Vgl. die bei Waldeyer[WS 1] im Biogr. Lex. VI, 183 angegebenen Quellen.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Wilhelm von Waldeyer-Hartz (1836–1921), Professor der Anatomie in Berlin. Siehe in der Wikipedia unter Heinrich Wilhelm Waldeyer.