ADB:Walther, Augustin Friedrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Walther, Augustin Friedrich“ von Julius Pagel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 41 (1896), S. 96, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Walther,_Augustin_Friedrich&oldid=- (Version vom 16. Juni 2019, 07:06 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Walther (Bildhauer)
Nächster>>>
Walther, Balthasar
Band 41 (1896), S. 96 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Augustin Friedrich Walther in der Wikipedia
GND-Nummer 100667430
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|41|96|96|Walther, Augustin Friedrich|Julius Pagel|ADB:Walther, Augustin Friedrich}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=100667430}}    

Walther: Augustin Friedrich W., Anatom, wurde am 26. October 1688 in Wittenberg geboren. Seine medicinischen Studien machte er seit 1705 an den Universitäten zu Wittenberg und Jena, unternahm 1709 eine größere wissenschaftliche Reise, die ihn nach Holland und England führte, erlangte nach seiner Rückkehr 1711 in Wittenberg die philosophische, 1712 die medicinische Doctorwürde und habilitirte sich 1713 als Docent an der Universität zu Leipzig. Hier wurde er nach einander 1723 Professor der Anatomie und Chirurgie, 1730 Director des botanischen Gartens, 1732 Physicus der Stadt Leipzig und Professor der Pathologie, 1737 Professor der Therapie. In letztgenannter Stellung wirkte er bis zu seinem, nach langem, schwerem Leiden am 12. Octbr. 1746 erfolgten Lebensende. W. hat sich um die Universität Leipzig durch Ueberlassung eines werthvollen Theils seiner eigenen Bibliothek an die Universitätsbibliothek, sowie durch Stiftung eines ansehnlichen Stipendiums für Medicinstudirende verdient gemacht. Er war ein beliebter Arzt und Lehrer und hat eine außerordentlich fruchtbare schriftstellerische Thätigkeit auf den verschiedensten Gebieten der Heilkunde entfaltet. Wichtig sind namentlich seine Leistungen für die Erweiterung unserer anatomischen Kenntnisse hinsichtlich der Muskel- und Gefäßlehre. Seine Untersuchungen über den Bau der Herzohren, über die Ausführungsgänge der Unterzungendrüsen, über den Bau des Trommelfells haben zum Theil einen Umschwung der früheren Anschauungen herbeigeführt. Ein Theil der hierauf bezüglichen Abhandlungen, die zumeist als akademische Gelegenheitsschriften erschienen, sind von Haller in seinen Disputationes anatomicae (I–VI), in den Disputationes ad morb. hist. (III) und den Disputationes chirurgicae abgedruckt. Andere Arbeiten Walther’s beziehen sich auf Gegenstände aus den Gebieten der Botanik, Physiologie, allgemeinen Pathologie, inneren Medicin und Chirurgie. Wir nennen nur die Titel folgender Schriften (nach Winter’s[WS 1] Bearbeitung in der unten bezeichneten Quelle): „De usu et praestantia solidoris in anatomicis scientiae“ (1723); „Uterus gravidarum“ (1723); „De loto aegyptiaca in nummis antiquis“ (1746); „De silphio in veterum nummis ac diversis plantarum speciebus“ (1746). Folgende Abhandlungen Walther’s sind in den Acta eruditorum enthalten: „Sacroceles eximiae historia“ (1725); „Descriptio penis monstrosi“ (1729); „Anatome duorum herniosorum“ (1731).

Vgl. Biogr. Lex. VI, 184.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Johann Adolf Winter (1816–1901), Mediziner, Bibliothekar an der Universität Leipzig.