ADB:Welsch, Hieronymus

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Welsch, Hieronymus“ von Viktor Hantzsch in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 41 (1896), S. 682, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Welsch,_Hieronymus&oldid=- (Version vom 16. Oktober 2019, 07:34 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Welsch, Gottfried
Nächster>>>
Welser
Band 41 (1896), S. 682 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Mai 2014, suchen)
GND-Nummer 124635881
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|41|682|682|Welsch, Hieronymus|Viktor Hantzsch|ADB:Welsch, Hieronymus}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=124635881}}    

Welsch: Hieronymus W., Reisender, nicht zu verwechseln mit dem wenig jüngeren gleichnamigen Augsburger Arzte und Polyhistor, wurde um 1610 in Nördlingen geboren[1]. Ueber seinen Bildungsgang ist nichts bekannt, doch geht aus seinem Reisewerke hervor, daß er mindestens eine Lateinschule besucht haben muß. 1630 verließ er, einem unwiderstehlichen Drange nach Abenteuern folgend, seine Vaterstadt, begab sich über Wien nach Venedig und durchzog ganz Italien bis nach Malta, sowie Spanien und Frankreich. Hier nahm er Kriegsdienste und betheiligte sich unter Turenne sieben Jahre lang als Quartiermeister an den Feldzügen der Franzosen in der Freigrafschaft und in den spanischen Niederlanden. 1641 kehrte er nach Schwaben zurück und wurde herzoglich württembergischer Rentkammerrath in Stuttgart, wo er noch 1664 lebte. Die Muße, die ihm sein Amt ließ, benutzte er zur Abfassung eines Reisewerks, das unter dem Titel: „Hieronymi Welschen selbsterfahrne Reißbeschreibung“ mit dem Bilde des Verfassers in Kupferstich mehrfach gedruckt wurde (Stuttg. 1658, Nürnb. 1659, Stuttg. 1664). In diesem Buche zeigt sich W. als scharfsinniger und zuverlässiger Beobachter, der namentlich auffallende Naturereignisse trefflich zu schildern versteht. Von dauerndem Werthe ist seine Beschreibung des großen Vesuvausbruchs vom December 1631, dem er als Augenzeuge beiwohnte. Nicht minder interessant sind seine Bemerkungen über den Aetna. Die auf dem ausführlichen Titel des Werkes angezeigten Abschnitte über Nordafrika, Arabien und Palästina sind werthlos, weil überaus dürftig und nicht aus eigener Erfahrung geschöpft, sondern aus anderen Reisebeschreibungen entlehnt.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 682. Z. 2 v. o. l.: geboren am 23. Februar 1612 in Lauingen, † am 27. September 1665. [Bd. 45, S. 676]