ADB:Wilhelm II. (Bischof von Utrecht)

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Artikel „Wilhelm II., Bischof von Utrecht“ von Pieter Lodewijk Muller in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 43 (1898), S. 208–209, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Wilhelm_II._(Bischof_von_Utrecht)&oldid=- (Version vom 22. Juli 2019, 06:02 Uhr UTC)
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Wilhelm II., Bischof von Utrecht, aus dem die Stadt Mecheln in Brabant beherrschenden Geschlechte der Bertolds, wurde 1296 von der Utrechter Geistlichkeit dem Papste zum Nachfolger des nach Toul versetzten Johann von Zyrik empfohlen. Wahrscheinlich weil er dem Grafen von Holland verwandt und, da er selber eine Stelle am päpstlichen Hofe bekleidet hatte, dem Papst persönlich bekannt war. Gleich nach seiner Wahl versuchte er die tief gesunkene Macht seines Stiftes zu heben, was bei der in Holland nach der Ermordung des Grafen Florenz V. entstandenen Verwirrung insoweit gelang, daß er die Burg zu Muiden in seine Gewalt bekam. Aber seine Versuche, das von Holland annectirte Westfriesland zu befreien, mißlangen völlig. W. selber mußte nach Overyssel entweichen und im nächsten Jahr allen Ansprüchen auf im holländischen Besitz befindliche Lande, mit wenigen Ausnahmen, entsagen. Noch weniger Glück hatte W. in seinen Versuchen sein Regiment dem Adel und namentlich der Stadt Utrecht gegenüber zu befestigen. Bald kam es zum offenen Kampf: der Bürgermeister Johann Lichtenberg verbunden mit Herrn Zweder von Montfoort übernahm die Führung der Rebellen, welche sich Wilhelm’s zu bemächtigen wußten und ihn zwangen seine Resignation zu auszusprechen. Zu diesem Zweck reiste er persönlich nach Rom. Bonifaz VIII. wollte jedoch von einer solchen erzwungenen Resignation nichts wissen, gebot ihm nach Utrecht zurückzukehren und befahl dem Bischof von Münster ihm dabei behülflich zu sein. Mit dessen Beistand sammelte er namentlich in Overyssel eine ziemlich starke Kriegsmacht. Als er sich aber Utrecht nahte, verweigerten die Bürger ihm den Eingang und als er anfing die Amstelschen und Woerdenschen Länder zu verheeren, zogen sie unter zahlreichem Zuzug von utrechter und holländischen Rittern ihm entgegen. Auf der sogenannten Hoogewoerd zwischen Utrecht und Montfoort fand am 4. Juli 1301 der Bischof nach heißem Kampfe den Tod unter den Schwertern der Holländer. In seiner Hauptstadt hatte für lange Jahre das Rathsregiment den Sieg errungen.

[209] Vgl. die Chroniken von Beka, Wilhelmus Procurator und Stoke, Das Chronicon de Trajecto (in Matthaeus, Analecta). – Moll, Kerkgeschiedenis van Nederland II. – Blok, Geschiedenis van het Nederlandsche Volk I.