ADB:Wranitzky, Anton

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Artikel „Wranitzky, Anton“ von Max Dietz in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 44 (1898), S. 554, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Wranitzky,_Anton&oldid=3006098 (Version vom 24. Oktober 2017, 07:42 Uhr UTC)
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Wranitzky *): Anton W., 1761 geboren zu Neureisch in Mähren, befaßte sich frühzeitig mit dem Geigenspiel, welches er nebst den Lateinstudien in seinem Geburtsort sowie in Brünn, wo er später die Rechte hörte, eifrig betrieb. Schon damals galt er als Virtuose auf diesem Instrument. Noch mehr steigerte sich sein Hang zur Tonkunst, nachdem er in Wien Compositionsunterricht bei Mozart, Albrechtsberger und Josef Haydn genommen hatte. Bald entschloß er sich, die Musik als Lebensberuf zu ergreifen. 1794 folgte er dem Antrage des Fürsten Lobkowitz nach Prag und übernahm die Leitung der fürstlichen Capelle, welcher er auch nach der Uebersiedlung nach Wien bis zu seinem Tode vorstand. Als Lehrer des Violinspiels war er gesucht, Schuppanzigh und Türk zählten zu seinen Schülern. Auch seine zahlreichen Instrumentalcompositionen (Concerte, Symphonien, Duos, Trios, Quartette, Quintette, Variationen, Violinsonaten) brachten ihn in Ruf. Zwei von ihm gesetzte Messen, von denen die eine für die Lorettokirche in Prag 1796, die andere für die Augustinerkirche in Wien 1797 geschrieben worden, waren damals geschätzt. W. starb zu Wien 1819. Das musikalische Talent vererbte sich auf seine Kinder. Seine Söhne Anton und Friedrich waren vorzügliche Künstler im Violin- und Violoncellspiel. Seine Töchter Anna und Caroline erlangten als Bühnensängerinnen Berühmtheit. Erstere, geboren zu Wien 1798, eine Schülerin Salieri’s, später verehelichte Kraus, wirkte zuerst an der Wiener Hofoper mit. Nach ihrer Verheirathung zog sie sich von der Bühne zurück, ohne darum auf Kunstreisen zu verzichten, wo sie, vor allem in Hamburg, glänzende Erfolge erzielte. Namentlich in tragischen Rollen als Norma, Iphigenia, Medea entfaltete sie ein starkes Talent und war auch als Concertsängerin ganz besonders beim Leipziger Publicum hochbeliebt. Ihre Schwester Caroline, geboren zu Wien 1790, seit 1812 Gattin des berühmten Violinspielers Ferdinand August Seidler, welche anfangs auf den Bühnen zu Pest, Preßburg und Lemberg mit Glück aufgetreten, war von 1816 bis 1838 ständiges Mitglied der Berliner Hofoper. Ihr Hauptfach bildete das Sentimentale und Naive. Insbesondere als Nurmahal, Selaide, Amazili, Jessonda, Agathe, Rezia, Emmeline, Pamina und Rosine fand sie ungetheilte Anerkennung. Ihre künstlerischen Vorzüge, welche in einer vollen, reinen, umfangreichen Stimme und seltenen Geläufigkeit im Coloraturgesang sich bekundeten, wurden zudem noch durch eine reizende Erscheinung gehoben. Sie reihte sich in musikalischem Betracht den ersten Sängerinnen ihrer Zeit an.


*) Zu S. 232.