ADB:Zängerle, Roman Sebastian

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Artikel „Zängerle, Roman Sebastian“ von Friedrich Lauchert in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 44 (1898), S. 686–688, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Z%C3%A4ngerle,_Roman_Sebastian&oldid=- (Version vom 15. November 2019, 14:53 Uhr UTC)
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Zängerle: Roman Sebastian Z., Fürstbischof von Seckau, geboren zu Oberkirchberg bei Ulm am 20. Januar 1771, † am 27. April 1848. Seine Gymnasialbildung erhielt er in dem Benedictinerstifte Wiblingen, wo er auch die philosophischen Studien absolvirte. Am 5. Februar 1792 legte er daselbst die Ordensgelübde ab, und am 21. December 1793 wurde er zum Priester geweiht. Nachdem er im J. 1797 zu Freiburg das Examen für das Lehrfach des Bibelstudiums bestanden hatte, wurde ihm 1798 die Professur desselben an der theologischen Lehranstalt des Stiftes Wiblingen übertragen. Im J. 1799 wurde er für dieses Lehramt und zugleich als Novizenmeister an das Benedictinerstift Mererau bei Bregenz versetzt, von wo er 1801 in gleicher Eigenschaft wieder nach Wiblingen zurückberufen wurde. Im J. 1802 wurde er hier zugleich Pfarrer. Er promovirte sodann in Salzburg als Doctor der Theologie und der Philosophie und wurde an der dortigen Universität im J. 1803 Professor der Exegese und Hermeneutik. 1804 erhielt er den Titel eines kurfürstlichen geistlichen Rathes; 1806 war er Decan der theologischen Facultät. Als nach der [687] Aufhebung des Stiftes Wiblingen die Capitulare desselben in das Stift Tyniez bei Krakau übersiedelten, verließ auch Z. am 2. November 1807 Salzburg, um sich denselben anzuschließen. Am 21. November 1807 übernahm er die Professur des Neuen Bundes und der griechischen Sprache an der Universität Krakau; am 31. December 1807 ernannte ihn der Bischof von Krakau zum Consistorialrath; 1809 war er Decan der theologischen Facultät. Im J. 1811 erhielt er, nachdem inzwischen auch das Stift Tyniez aufgehoben worden war, die Professur des Neuen Bundes und der griechischen Sprache in Prag, am 20. März 1812 die Professur des neutestamentlichen Bibelstudiums in Wien. Im J. 1815 war er Decan der Wiener theologischen Facultät; in den Jahren 1817–24 verwaltete er zugleich provisorisch das Amt des Vicedirectors der theologischen Studien; 1822 wurde er zum Domherrn an der Metropolitankirche zu St. Stephan in Wien und zum fürsterzbischöflichen Consistorialrath ernannt. Am 24. April 1824 wurde er von dem Erzbischof Augustin Gruber von Salzburg zum Fürstbischof von Seckau ernannt, am 10. September in Salzburg als solcher confirmirt, am 12. September consecrirt. Zugleich mit seinem Bisthum übernahm er auch die Verwaltung der seit 1808 von Seckau administrirten Diöcese Leoben. Als Bischof entfaltete er einen großen Eifer für die Hebung des religiösen Lebens in den von ihm geleiteten Diöcesen, besonders auch für die Heranbildung des jungen Clerus in seinem Clericalseminar, in welchem er auch selbst Vorträge über die Pastoralregel des hl. Gregor des Großen hielt. Er führte auch geistliche Exercitien für die Priester ein und ließ Volksmissionen abhalten. Auch die Gründung von Klöstern ließ er sich angelegen sein. Dieser Eifer, mit welchem er nur das geistige Wohl seiner Diöcesanen bezweckte, wenn ihn auch sein entschiedenes Eintreten für die kirchlichen Interessen öfter in Conflicte mit der Regierung brachte, ging aus seiner eigenen tiefen Frömmigkeit und asketischen Geistesrichtung hervor. Auch für die leiblichen Bedürfnisse der Armen sorgte er durch große Mildthätigkeit. Auch als Prediger ging Z. seinem Clerus mit seinem Beispiel voran, wie er besonders während einer Reihe von Jahren in seiner Domkirche zu Graz die Fastenpredigten hielt, die auch gedruckt erschienen: „Sechs Fastenpredigten über das hl. Buß- und Altarssacrament“ (Graz 1825); „Das Bild des Christen in sieben Fastenpredigten“ (Graz 1826); „Der leidende Christ nach dem Vorbilde des leidenden Heilandes in sieben Fastenpredigten“ (Wien 1828); „Der Christ im Kampfe zum Siege in sechs Fastenpredigten“ (Graz 1829); „Sechs Fastenpredigten über die vier letzten Dinge“ (Graz 1829). Ferner, abgesehen von einzelnen Gelegenheitspredigten: „Fest– und Neujahrspredigten. gehalten in verschiedenen Jahren in der Hof- und Kathedralkirche zu Gratz“ (Graz 1836; 2. Aufl. 1837). – Nachdem Z. am 14. April 1844 noch sein fünfzigjähriges Priesterjubiläum gefeiert hatte, verfiel er im folgenden Jahre in eine schwere Krankheit, deren Folgen im J. 1848 seinen Tod herbeiführten.

F. J. Waitzenegger, Gelehrten- und Schriftsteller-Lexikon der deutschen katholischen Geistlichkeit, Bd. II (Landshut 1820), S. 529–531. – [J. Büchinger], Gedenk- und Festbuch der Diöcesen Seckau und Leoben an den 14. April 1844, Graz 1844. – Al. Schlör, Roman Zängerle. Wien 1849. – Der Katholik, Jahrg. 1849, Nr. 70–73, S. 279 ff. – Schell im Kirchen-Lexikon von Wetzer u. Welte, Bd. XI (1854), S. 1239–1242. – P. B. Gams, Geschichte der Kirche Christi im 19. Jahrh., Bd. III, (Innsbruck 1856), S. 341–344. – Derselbe in der Theol. Quartalsschrift 1879, S. 630. – A. Lindner in den Studien u. Mittheilungen aus dem Benedictiner- und dem Cistercienser-Orden, 5. Jahrg. 1884, S. 413–418. – Wappler, Geschichte der theologischen Facultät zu Wien (1884), S. 440. – M. Sattler, Collectaneen-Blätter zur Geschichte der ehemaligen Benedictiner-Universität [688] Salzburg (Kempten 1890), S. 653. – Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, 59. Theil (1890), S. 82–84.