ADB:Zimmern, Johann Oswald von

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Artikel „Zimmern, Johann Oswald von“ von Friedrich Lauchert in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 45 (1900), S. 301–302, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Zimmern,_Johann_Oswald_von&oldid=- (Version vom 21. Oktober 2019, 21:06 Uhr UTC)
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Zimmern: Johann Oswald von Z., katholischer Theologe, † am 22. Februar 1680 zu Ingolstadt. Sein Geburtsort wird Welchheim (so Veith), Wellheim oder Weldenheim (Mederer) genannt; da er nach Mederer’s Angabe im 76. Jahre seines Alters starb, so wird er 1604 oder 1605 geboren sein. Seit 1624 studirte er an der Universität Ingolstadt. Aus der Vorrede seines „Opusculum asceticum de oratione“ (s. unten) erfahren wir, daß er im Jahre 1631, nachdem er zwei Jahre und anderthalb Monate lang Hofcaplan und wirklicher geistlicher Rath des Fürstbischofs von Augsburg, Heinrich von Knöringen, auch ein halbes Jahr Kanonikus an St. Peter in Dillingen gewesen war, zum Pönitentiar und Visitator der Diöcese Augsburg ernannt wurde und dieses Amt am 17. December 1631 antrat; er versah dasselbe bis zur Einnahme Augsburgs durch die Schweden am 20. April 1632, blieb dann noch in der Stadt bis zum 19. Mai 1633, an welchem Tage er mit dem übrigen katholischen Clerus dieselbe verließ; von da bis Ende 1635 hielt er sich zu Füssen und in dem Schlosse Hopferau im Allgäu und zu Reutte in Tirol auf, mit der Abfassung ascetischer Schriften beschäftigt. (Bis zu diesem Zeitpunkte gehen die a. a. O. von Z. gemachten Mittheilungen.) Z. war auch Kanonitus zu St. Moriz in Augsburg, Doctor der Theologie und Licentiat beider Rechte. Im J. 1636 erhielt er die Pfarrei zu St. Moriz in Ingolstadt, in welche er am 2. März dieses Jahres installirt wurde. Am 25. April desselben Jahres wurde er zum Professor der heiligen Schrift an der Universität daselbst ernannt; ebenfalls noch in demselben Jahre wurde er Prokanzler der Universität. Während der 44 Jahre seiner akademischen Lehrthätigkeit war er 13 Mal Rector der Universität; zum ersten Mal ebenfalls schon 1636, sodann in den Jahren 1638, 1639, 1641, 1643, 1646, 1649, 1652, 1656, 1660, 1663, 1666, 1670. Vom Jahre 1675 an war er infolge von dauernder Kränklichkeit und Altersschwäche nicht mehr fähig, seine Aemter zu versehen. Als Professor und Pfarrer sollte er durch Johann Georg Zöpfl ersetzt werden, der aber doch erst nach seinem Tode sein Nachfolger wurde. Dagegen wurde er im Amte des Prokanzlers der Universität im J. 1677 ersetzt durch Ignaz Christoph Kherl. Am 8. Mai 1678 beging er noch in aller Stille in seiner Pfarrkirche sein 50jähr. Priesterjubiläum und starb zwei Jahre später, „allgemein geachtet und besonders als pater pauperum verehrt“. – Im Druck ließ er erscheinen: „Compendiosa et facilis ad coelum via, facilisque modus augendi gratiam Dei in terris, et gloriam in coelis“ (Ingolstadii 1637); diese Schrift, die dem Fürstbischof Marquard von Eichstätt als Gratulationsschrift aus Veranlassung seiner Wahl zum Bischof gewidmet ist, war im J. 1680 verfaßt, während Z. mit dem Fürstbischof von Augsburg auf dem Reichstage zu Regensburg anwesend war. Desgleichen ist auch Zimmern’s zweite Schrift demselben Bischof von Eichstätt gewidmet: „Opusculum asceticum et pium de oratione, ex ss. Literis praecipue contextum“ (Ingolstadii 1663; auf dem zweiten Titelblatt mit dem längeren Titel: „Oratio omnibus usu rationis praeditis hominibus necessaria vel utilissima, praecipuum opus atque negotium ab ecclesiasticis personis peragendum. Ex sacris Scripturis aliisque probatis authoribus methodice digesta, suisque encomiis depraedicata, atque cum pluribus, si non omnibus circumstantiis suis utiliter et jucunde ponderata et explicata“). Nach der Aussage der Vorrede war diese Schrift schon 1632/3, während des Jahres, das Z. noch unter der Schwedenherrschaft zu Augsburg zubrachte, der Hauptsache nach verfaßt. Von den weiteren in deutscher Sprache verfaßten Schriftchen, die in den Jahren des Exils 1633–35 entstanden, und deren Erscheinen er in der genannten Vorrede [302] noch in Aussicht stellt, scheint nichts mehr gedruckt zu sein; ebenso nichts aus der Ingolstadter Zeit. Die k. Hof- und Staatsbibliothek zu München besitzt von Z. ein Manuscript, Cod. lat. Mon. 2225 (a. 1636–1660, 592 pagg.): „Joannis Oswaldi a Zimmern Universitatis Ingolstadiensis cancellarii autographae orationes academicae cum catalogo eorum qui sub ipso ad licentiatus et doctoratus honores provecti sunt“.

Mederer, Annales Ingolst. Acad., P. II (1782), p. 237, 274, 275, 277; P. III, p. 13, 33, 38 s.Kobolt, Baier. Gelehrten-Lexikon (Landshut 1795), S. 780; Ergänzungen (1824), S. 302 f. – Veith, Bibliotheca Augustana, Alphab. XII (Aug. Vind. 1796), p. 119–122. – Prantl, Geschichte d. Univ. in Ingolstadt, Landshut, München (1872), Bd. I, S. 408, 469 f.; Bd. II, S. 502.