A Trom

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Autor: Michel Buck
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Titel: A Trom
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aus: Bagenga’. Gedichte in oberschwäbischer Mundart. S. 119-125
Herausgeber: Friedrich Pressel
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum: bis 1888
Erscheinungsdatum: 1892
Verlag: Robert Lutz
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Erscheinungsort: Stuttgart
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Quelle: Google-USA* und Scans auf Commons
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[119]

A Trom.

Verganga’n[1] isch mers au a môl
Ganz bsonder nadli[2] wôara,
Hau’ gmoint, ma’ müaß mer gar am End
Gauh’ noh da Dippel boahra.[3]

5
I denk: „jetz gohscht in d Kamer nei’

Und thuascht a bitzle schwitza,
Kassei’[4] des nimmt der deini Tröm
Und deini Fiabarhitza.“

Pflumpf lieg i in de Pfulba[5] dinn,

10
Fang ana’ fantasiara

Und mit meim Weib reachtschaffa au
Glei ana’ dischpatiara.

[120] Was gschieht? Dô kommt a Goischt derhear
Und sait, jetz seini gstôrba.

15
„Wa?“ sag i, „wa, bigoppel, wa?“

Und hau’ me ganz verfôrba.[6]

„Jô gstôrba bischt“, sait ear, „jetz komm
Nu’ ra mit deini Rufa[7]
Ins Feagfuir, watt, dô putzt ma’ de

20
Im Hafa mit de Glufa!“[8]


Dô mach i s Kreuz, und hui und pfui
Gôhts kezagrad in Boda,
I pflätsch[9] füars Feagfuirthäarli na’
Aß wia a nasser Loda.[10]

25
Zaischt[11] gsieh und ghair und gspeir[12] i nuinz,

I schmeck nu’ Peach und Schweabal,
Zletscht merk i so dur d Augaspält
En dicka Rauh und Neabal.

[121] Nôch wiani meini Auhra spitz,

30
Dô hair i grousig schreia,

Voar Angscht und Schrecka beat i rum
In älli Letaneia.

Pfuh, wia’n as houat, praschlat, schnällt[13],
Wia s wôdla[14] thuat und glüaha,

35
Aß thät der Obertuixel seall

Da graußa Blôsbalg ziaha!

Und ab deam Dummel[15] faß i ui
A so a grauß Vertsitza[16],
Daß i beim healla Feagfuir da’

40
Hau’ einskalt müaßa schwitza.


Der Goischt, dear reißt dô s Thäarli ouf –
Huh ! d Flamma lället[17] ousi –
Und geit mer nôch en Putsch[18] uffs Gsäß,
Ins Feagfuir eini douß[19] i.

45
[122] Dô kommt a alti Schachtel hear

Mit iahram blôa Zinka[20]
Und mit ra schwaza Gimpahoub[21]
Und thuat mer froindli winka

Und sait zua miar: „He, guatar Froind

50
Mit uiram zwilchna Schägga,[22]

I kenn ui wohl,“ und geit mer d Hand.
Dô hau’n i müaßa blägga.[23]

Druff nimm i s Heaz in boidi Händ
Und sag ge deanar Zusel:[24]

55
„S sind gwis noh maih von eusam Oat[25]

Dôhinna'n in deam Gwusel.“

„O“, sait se, „dô sind freili vill,
Doch maih noh weiter dunta,
Dött hau’n i etli Hearra gar

60
Von boid Kollegi funda,


[123] Da Bau’wat[26] und da Pollazei
Und suscht noh so Galluri[27].
Er seahnets glei dô vonna gauh’
Dur d Ei’sagätter duri.“

65
Druff sag i: „Weib, ja däaff ma’ dô

Nu’ auh’ Verlaubtniß laufa?
Hau’ gmoint, dô komm a jeder glei
Füar d richtig Fuatarraufa.“

„O“, sait se, watet nu’ a weng,

70
As däaff Ui gar it blanga[28]

Er kommet au gauh’ glei ans Britt,
Nôch wead mens s Weattar sanga![29]

Mi schüttlats, was as schüttla ka’
Doch d Zusel füahrt me weiter.

75
Dô hair i heina ällaweil,

Wia näher s gôht, wia läuter.

Uff oi’ môl stauh’t mer ama Loch,
Dô zoigt se na und deutat,
Dô hau’t dia Teixel grad en Ma’

80
Frei abanander gscheitat,[30]


[124] Mit Schrautäxt,[31] Speigel,[32] Schlegel druff
Halt zum Verbarma gschlaga.
Und woni guck, wear isch as gsei’?
Halt, Moul, da’ däasch it saga!

85
I frôg dô, weaga was se denn

Dea Ma’ so grousig spaltet.
Sait sui: „so macht ma’s deani äll,
Wo d Wäld so guat verwaltet.

Seahnt, dött versäagat ma’ grad au

90
En Obma’ noh zua Schwella,

Ma’ hait a bis zum Himmel nouf
Voar louter Schmeaza brölla.

Mit Oicha, Stanga, Scheiterholz,
Mit ällam hôt er ghandlat.

95
Doch s Haltel[33] isch äll gstohla gsei’,

Drum wead er so behandlat.“

Dô renn i gegem Feagfuirthoar
Und moi’, i könn vertrinna,[34]
Hoppla, dô lieg i au’verdanks[35]

100
Im Glufahafa dinna.


[125] I schrei, was uß der Gurgel ka’,
Hau’ sieba Gäng versprocha,
Dô thuats en Schnall und druff en Fall,
Höb[36] d Höll sei zema brocha.

105
Vor Schrecka sperr i d Auga’n ouf,

Dô siehni s Mulba[37] ranga,[38]
Und wo se nôch der Staub verzuiht,
Mei’ Häs am Nagel hanga.

„Ai“, sag i, „ai, dô schla doch glei

110
A’n Esel drei’, a lahmer,

Jetz hôts mer älles nu’ so tromt,
Du leischt jô in der Kamer.“

Und woni hofreacht[39] ummi guck,
Verstand i au des Kracha,

115
Mei’ Bettschet[40] ischt jô zema keit[41] -

Dô hau’n i müaßa lacha!


  1. Jüngst.
  2. Sonderbar.
  3. Das blöde Hirn öffnen.
  4. Kann sein, vielleicht.
  5. Kissen
  6. Verfärbt.
  7. Unreinigkeiten der Haut.
  8. Stecknadeln.
  9. Schlage.
  10. Aufgerolltes Tuchstück.
  11. Zuerst.
  12. Spüre
  13. Knallt.
  14. Wallen.
  15. Taumel, Lärm.
  16. Entsetzen.
  17. Züngeln.
  18. Schlag.
  19. Taumle.
  20. Nase.
  21. Radhaube.
  22. Langen Rock.
  23. Heulen.
  24. Ursprünglich Susanna.
  25. Ort.
  26. Flurschütz.
  27. Kerle.
  28. Verlangen.
  29. Dann wird man Ihm das Wetter segnen.
  30. Gespalten.
  31. Schroten = spalten.
  32. Keilen.
  33. Halbteil.
  34. Entrinnen.
  35. Unversehens.
  36. Als ob.
  37. Flaumfederstaub.
  38. regnen.
  39. Frei.
  40. Bettstatt.
  41. Zusammengebrochen.