Allerheiligen’s Ende

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Textdaten
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Autor: Eduard Brauer
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Titel: Allerheiligen’s Ende
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 45–47
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Commons und Google
Kurzbeschreibung:
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[45]
Allerheiligen’s Ende.[1]

Adels-Preis und Herrlichkeit,
Priestermacht und Glanz verbleichen,
Denn im West mit blutgen Zeichen
Steige empor die neue Zeit.

[46]
5
Auch Frau Uta’s Gotteshaus

Ist dem Untergang verfallen,
Traurig aus den Klosterhallen
Zieht der Mönche Schaar hinaus.

Und des Hauses Gründerin,

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Uta, schwebt herab zur Erde;

Was aus Allerheil’gen werde,
Forscht sie mit betrübiem Sinn.

Sieh, da pflegen just die Herrn
Rath mit hochgelehrten Mienen:

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Wie der Bau nun möge dienen,

Ob als Strafhaus, als Kasern’?

Reden, schreiben hin und her
Mit bedächt’ger Ueberlegung,
Ziehen gründliohst in Erwägung

20
Dieser Das und Jenes Der.


Uta hört geduldig lang,
Wie die Herren sich verklügeln,
Doch nicht länger mag sie zügeln
Ihres Unmuths heißen Drang.

25
Von des Schwarzwalds Felsensitz

Gießt sie finstre Wetterschauer:
Weh! des Klosters höchste Mauer
Spaltet ein gewaltiger Blitz!

„Nun ihr Herren! mit Verlaub,

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Sparet euch des Rathens Mühen!“ –

Flammen zischen, Funken sprühen,
Und das Kloster sinkt in Staub.

Eduard Brauer.

  1. [46] Dieses Gedicht bildet das Gegenstück zu dem vorstehenden. Nicht minder außergewöhnlich und bemerkenswerth als dessen Gründung (nach der in der Klosterchronik aufbewahrten Sage) war auch das Ende des Klosters. Im Jahr 1803, als kaum die Mönche das Kloster verlassen hatten, und man darüber sich berathschlagte, zu welchem Zwecke das Gebäude [47] nun verwendet werden sollte, (als Correctionshaus, Spinnerei, Kaserne etc. etc.) ward es vom Blitze getroffen und brannte gänzlich nieder. Nur die Kirche blieb stehen. (Vergl. Kolbs Lexikon und das Universallexikon von Baden.)