Allgemeiner Briefkasten (Die Gartenlaube 1854/48)

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Textdaten
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Autor: Redaktion der Gartenlaube
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Titel: Allgemeiner Briefkasten
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 48, S. 588
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1854
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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Allgemeiner Briefkasten.

K. in B–n. –. Schilderung einer Gesellschaft Frömmler. Eignet sich nicht für unser Blatt. Wir lassen Jeden nach seiner Façon selig werden. Wenn Sie am Schluß fragen, weshalb es jetzt so viele Kopfhänger gäbe, so ist die Antwort nicht schwer. – Weil wenig Menschen Geist, Kraft und gutes Gewissen genug besitzen, den Kopf aufrecht zu halten. Frömmelei (nicht zu verwechseln mit Frömmigkeit), Kopfhängerei und Mysticismus sind gegenwärtig die Modetrachten, in welchen sich eitle Thoren, Heuchler, Betrüger, Fanatiker und Narren in die gute Gesellschaft einschleichen – die Pinsel sich auf die leichteste Weise einen Anstrich von Verstand und die Schurken das Ansehen von Gemüthlichkeit geben. Und bedenken Sie vor Allem: der Glaube und der Geldbeutel sind leider bei vielen Leuten die nächsten Blutsverwandten. –

M. in Lpz. Sie wünschen Aufschluß über den Schenkel der Schwanthaler’schen Venus in Nr. 594 der Illustrirten Zeitung? Wahrscheinlich ist er gebrochen und von Dr. R. in L. geheilt worden.

F. in Wien. Raisonnirende Artikel über die Moral in der heutigen Politik. Für unser Familienblatt nicht passend, folgt deshalb nächstens zurück. Die Moral in der Politik hat übrigens stets den Consequenzen des Nützlichkeitsprincipes weichen müssen. Vergessen Sie nicht, daß Carl der Große mehr als hunderttausend Sachsen würgen ließ, weil sie keine Christen werden wollten, während sein Sohn Lothar denselben Sachsen wiederum das Heidenthum erlaubte, wenn sie ihm den Bruderkrieg ausfechten würden.

H. in Dresden. Sie ärgern sich, daß die Deutsche Allgemeine Zeitung Nachrichten aus der Krim unter der Rubrik: „Türkei“ bringt, als ob die Krim schon türkisch wäre. Warum soll unser harmloses Blatt diese unblutige Eroberung einer Leipziger Zeitung anfechten? Das ist Sache der Russen.
Die Redaktion.