Allgemeines Deutsches Kommersbuch:130

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 258, 259
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[258]

Berge steig!“ Da war’s um mich geschehn, da war’s um mich geschehn.

     2. Und wieder lenkt ich meinen Schritt zur Universität, da auf
der Straße grad mein Aug ein Mägdelein erspäht; das schaute mich
hold lächelnd an, nur kurze Zeit ich mich besann, |: da war’s um mich
geschehn. :|

     3. Und wieder spürt ich Studienlust trotz heißem Sonnenbrand,
die Kehle davon trocken ward, am Weg ein Wirtshaus stand, drin hört
ich lustgen Burschensang, drin tönte lauter Gläserklang, da war’s um
mich geschehn.

     4. O Rhein mit deiner Frühlingssonn, mit deinen Mägdelein, o
Rhein mit deinen Kneipen all, mit deinem goldnen Wein, du Rhein
läßt keinen Burschen frei, zwingst sie, wie deine Lorelei, um alle ist’s
geschehn.

L. Behr.


          289.     Die Tage der Rosen.

     Weise von Baumgartner

     1. Noch ist die blühende, goldene Zeit, o du schöne Welt, wie bist
du so weit! Und so weit ist mein Herz und so klar wie der Tag, wie
die Lüfte, durchjubelt von Lerchenschlag! Ihr Fröhlichen, singt, weil
das Leben noch mait: Noch ist die schöne, die blühende Zeit, noch sind
die Tage der Rosen!

2. Frei ist das Herz, und frei ist das Lied, und frei ist der Bursch,
der die Welt durchzieht, und ein rosiger Kuß ist nicht minder frei, so
spröd und verschämt auch die Lippe sei. Wo ein Lied erklingt, wo ein
Kuß sich beut, da heißt`s: Noch ist die blühende, goldene Zeit, noch sind die
Tage der Rosen!

3. Ja, im Herzen tief innen ist alles daheim, der Freude Saaten,
der Schmerzen Keim. Drum frisch sei das Herz und lebendig der
Sinn, dann brauset, ihr Stürme, daher und dahin! Wir aber sind
allzeit zu singen bereit: Noch ist die blühende, goldene Zeit, noch sind
die Tage der Rosen!

Otto Roquette.


          290.     Nach dem Examen.

     Singw.: Wenn alle untreu werden ec. oder: In allen guten Stunden ec.

     1. Nun sollt ich mich wohl freuen, könnt wandern froh und leicht,
und trag doch banges Reuen, daß ich’s zu bald erreicht. Wer je so
[259] reiches Leben in Burschenlust geführt, dem kann kein Tag mehr geben,
was er so jung verliert.

     2. O Zeit des kecken Wagens und immerfroher Art, des hockenden
Behagens und frischer Wanderfahrt! Sah ich das Glück wo winken,
so ward es rasch auch mein, das Leben wollt mich dünken ein süßer
Maienwein.

     3. Nun hab ich mir erstritten, daß alles schon entschwand, bin
wie im Traum geschritten in das Philisterland. Es öffnet nimmer
wieder sich das verschlossne Haus, schon sangen mir die Brüder: Be-
mooster Bursch zieht aus.

     4. Mit dieser Sonne Sinken geh ich zuletzt zu ihr, und wenn die
Sterne blinken, dann fahr ich still von hier. All junge Lieb und Lieder
die kamen heut zu End -— Schluck deine Sehnsucht nieder, gewesener
Student!

Ed. Heyck. 1885.


          291.     Jugend.     (IV. 46.)

     Gemäßigte Bewegung, doch nicht schleppend. Theodor Mohr. 1895.

     1. Nur ein=mal bringt des Jah=res Lauf uns Lenz und Ler=chen=
lie=der; nur ein=mal blüht die Ro=se auf, und dann ver=
welkt sie wie=der, nur ein=mal gönnt uns das Ge=schick, so
jung zu sein auf Er=den: Hast du versäumt den Au=gen=
blick, jung wirst du nie mehr wer=den, hast du versäumt den