Allgemeines Deutsches Kommersbuch:168

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 334, 335
<< Zurück Vorwärts >>
De Schauenburg Allgemeines Deutsches Kommersbuch 165.jpg
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

[334]

     2. Natur, wie ist es doch so schön! An deiner treuen Brust lieg
ich auf deinen Zauberhöhn in stiller Liebeslust. Da wogt es tief und
wunderbar, weiß nicht, wo ein, wo aus; doch endlich wird das Treiben
klar und tobt in Liedern aus.

     3. Mit Liedestönen wach ich auf, sie quellen sanft heran, die Sonne
hoch am Himmel ’rauf trifft mich beim Singen an. Nicht rast ich,
wenn der Tag verglüht, greif in die Saiten ein und grüße noch mit
stillem Lied des Abends Dämmerschein.

     4. Und langsam steigt die Nacht herauf aus tiefer Bergeskluft,
da wacht mein Lied zum Himmel auf in klarer Sternenluft, bis sich
in bunter Träume Reihn vergnügt des Sängers Blick; doch denk ich
träumend auch allein an Sang und Dichterglück.

     5. Und wo ich wandre, hier und dort, da duldet man mich gern;
wohl mancher sagt ein freundlich Wort, doch immer muß ich fern; denn
weiter treibt’s mich in die Welt, mich drückt das enge Haus, und wenn
der Gott im Busen schwellt, muß ich ins Freie ’raus.

     6. Und frisch hinaus und frisch hinein, durch Lebens Nacht und
Tag, auf daß mich Freiheit, Lieb und Wein gar treu begleiten mag;
ein freier Sinn in Lust und Weh schwelgt gern in Sang und Reim,
und sag ich einst der Welt Ade, zieh ich in Liedern heim.

Th. Körner.


          369.     Trinklied.     (IV. 8.)

     Kräftig. Heinr. Hofmann. 1895.

     1. Gebt mir ein Glas, mit der heimischen Trauben perlen=gold=
leuch=ten=der Kel=ter ge=füllt! Das ist ein Trunk noch! Wie
freu=di=ges Glauben, flammen=der Mut in die Seele er
quillt. Mag des Ge=schickes all=mäch=ti=ge Norne zür=nend auch
[335] weisen ihr trübstes Ge=sicht, hier an des Weines hell=flutendem
Borne lacht uns das Le=ben gold=ro=sig und licht, hier an des
Weines hellflu=tendem Borne lacht uns das Leben gold=ro=sig und licht.

     2. Gebt mir ein Glas! Nur Lachen und Laben heischt unser Gott.
Drum, wenn einer mir grollt, sei es versöhnt, vergessen, begraben hier
in des Weines lichtperlendem Gold. Fröhliche Eintracht predigt der
Reben blinkendes Naß — so gebt mir die Hand: |: Innige Freundschaft
soll uns umweben, Brüder, mit starkem, holdfesselndem Band. :|

     3. Gebt mir ein Glas! Dann reicht mir die Laute, recht zu dem
Weine stimm ich ein Lied; was in begeisterten Träumen ich schaute,
hört, wie es jubelnd den Lippen entflieht! Mögen Philister dies Leben
uns schelten, wohl! sie entbehren den frohen Verein, der uns erhebt zu
sonnigen Welten: Lieder und Freundschaft, Freude und Wein.

Robert Passarge.


          370.     Herr Wirt, will nun abfahren!     (IV. 67.)

     Lebhaft. Gustav Blasser. 1895..

     1. Herr Wirt, will nun ab=fah=ren! Dein Wein war gut und
echt, da=von im küh=len Kel=ler manch Krüglein ich ge=
zecht. Hei=a, *)[1] hei=a, tra=la, la, la, la, la, la,




  1. *) Mit den Gläsern auf den Tisch gestoßen. (WS: Rhythmusanweisung über den Noten.)