Allgemeines Deutsches Kommersbuch:17

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
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[32]           33.     Zum 18. Juni.

     Singw.: Feinde ringsum ec.

     1. Ehre sei dir, herrliches Volk der Germanen, Ehre des Vater=
lands Fahnen und Lorbeerzier!
 
     2. Adler so kühn, als du zum Raube gezogen, rauschte der Pfeil
von dem Bogen, warf dich dahin!

     3. Schlachtfeld des Herrn, wo zum Gericht er gekommen, hoch über
Leichen entglommen stand Deutschlands Stern.

     4. Wahret es treu! Vaterland, dir nur ergeben wollen wir sterben
und leben. Deutschland sei frei!

Bardili. 1822.


          34.     Soldaten=Morgenlied.

     Singw.: Wenn alle untreu werden ec.

     1. Erhebt euch von der Erde, ihr Schläfer, aus der Ruh! Schon
wiehern uns die Pferde den guten Morgen zu. Die lieben Waffen
glänzen so hell im Morgenrot; man träumt von Siegeskränzen, man
denkt auch an den Tod.
 
     2. Du reicher Gott in Gnaden, schau her vom blauen Zelt! Du
selbst hast uns geladen in dieses Waffenfeld. Laß uns vor dir bestehen
und gieb und heute Sieg; die Christenbanner wehen, dein ist, o Herr,
der Krieg.

     3. Ein Morgen soll noch kommen, ein Morgen mild und klar;
sein harren alle Frommen, ihn schaut der Engel Schar. Bald scheint
er sonder Hülle auf jeden deutschen Mann; o brich, du Tag der Fülle,
du Freiheitstag, brich an!

     4. Dann Klang von allen Türmen und Klang aus jeder Brust,
und Ruhe nach den Stürmen und Lieb und Lebenslust. Es schallt
auf allen Wegen dann frohes Siegsgeschrei; und wir, ihr tapfern
Degen, wir waren auch dabei.

Max v. Schenkendorf. 1813.


          35.     Die Wacht am Rhein.*)[1]     (I. 74.)

     Rasch und bestimmt. Karl Wilhelm. 1854.

     1. Es braust ein Ruf wie Don=ner=hall, wie Schwertge=klirr und
[33] Wo=genprall: Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein! Wer
will des Stro=mes Hü=ter sein? Lieb Va=terland, magst
ru=hig sein, lieb Va=terland, magst ru=hig sein: Fest steht und
treu die Wacht, die Wacht am Rhein! Fest steht und
treu die Wacht, die Wacht am Rhein!
 
     2. Durch Hunderttausend zuckt es schnell, und aller Augen blitzen
hell: Der deutsche Jüngling, fromm und stark, beschirmt die heilge
Landesmark. Lieb Vaterland ec.

     3. Er blickt hinauf in Himmelsaun, wo Heldengeister nieder=
schaun, und schwört mit stolzer Kampfeslust: „Du, Rhein, bleibst deutsch
wie meine Brust!“

     4. „Und ob mein Herz im Tode bricht, wirst du doch drum ein
Welscher nicht. Reich wie an Wasser deine Flut ist Deutschland ja an
Heldenblut“

     5. „So lang ein Tropfen Blut noch glüht, noch eine Faust den
Degen zieht, und noch ein Arm die Büchse spannt, betritt kein Feind
hier deinen Strand.“

     6. Der Schwur erschallt, die Woge rinnt, die Fahnen flattern hoch
im Wind: Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein! Wir alle
wollen Hüter sein! Lieb Vaterland ec.

Max Schneckenburger. 1840.

  1. *) Abgedruckt mit Erlaubnis der Verlagshandlung E. D. Baedeker in Essen aus dem 9. Hefte von W. Greefs Männerliedern, in welchem die Wilhelmsche Originalmelodie der „Wacht am Rhein“ zuerst veröffentlicht wurde.