Allgemeines Deutsches Kommersbuch:172

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 342, 343
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[342]

im Son=nen=duft, in blau=en Him=mels=wel=len, euch
grüß ich als Ge=sel=len! Ein Wan=der=vo=gel
bin ich auch, mich trägt ein fri=scher Le=benshauch, und
mei=nes San=ges Ga=be ist mei=ne liebste Ha=be.

     2. Im Beutel rostet mir kein Geld, das rennt wie ich in alle
Welt; die ganze Welt durchfliegen ist besser als verliegen. Dem blanken
und dem frischen gar dem gönn ich gern die Wanderjahr, das muß
mit all dem andern gleich wieder weiter wandern.

     3. Wo mir ein voller Becher blinkt — den möcht ich sehen, der
mich zwingt, daß ich das Gottgeschenke nicht voller Freuden tränke!
Beim Schopfe nimm den Augenblick! Das ist mein Spruch, das ist
mein Schick, ich hasse, was da staubig, nur an das Frische glaub ich.

Roquette.


          378.     Rote Lippen und goldner Wein.     (II. 150.)

     Sehr heiter. Nach einer neapolitanischen Volksweise.

     1. Im Arm ein fri=sches ros=ges Kind, den Be=cher an dem
Mun=de, so trink ge=schwind, so schlürf ge=schwind den
Won=ne=kelch der Stun=de! Zu bald ver=geht der
[343] Son=nenschein, zu bald die Lok=ken grei=sen. Ro=te
Lippen und goldnen Wein wol=len wir rüh=men und preisen!
Ro=te Lip=pen und gold=ner Wein sol=len im=mer ge=
prie=sen sein! Gold=ner Wein und ro=ter Mund
ma=chen ein kran=kes Herz ge=sund!

     2. Noch sind wir jung, die Freude soll uns nicht umsonst begrüßen.
Die Gläser voll, die Becher voll! Schenk ein den Wein, den süßen!
Du schönes Kind, schenk ein, schenk ein und sing uns lustge Weisen!
Rote Lippen und goldnen Wein wollen wir rühmen und preisen! Rote
Lippen und goldner Wein sollen immer gepriesen sein! Goldner Wein
und roter Mund machen ein krankes Herz gesund!

Rittershaus.


          379.     Feld= und Waldlied.     (III. 190.)

     Munter und frisch. Friedr. Ludw. Ämilius Kunzen.

     1. In fri=scher Luft und Sonnenschein, da thut sich auf die