Allgemeines Deutsches Kommersbuch:186

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 370, 371
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     2. Am Himmel stehn wohl tausend Sterne, Vivall. ec. doch zieht’s
mich nicht hinaus ins Ferne; Vivall. ec. Mir ist so wohl, als sollt ich,
traun, an diesem Orte Hütten baun! Vivallera etc.

     3. Und weiter wollt ich nichts verlangen, käm nur die eine noch
gegangen! Das müßt ein schlechter Künstler sein, dem niemals fiel das
Lieben ein!

     4. Wohlauf! laßt uns zusammenklingen, und sollten alle Gläser
springen, wohlauf! und ruft es durch die Nacht: der Liebsten sei dies
Glas gebracht!

Franz Kugler.


          412.     Kaiser Wenzel.     (II. 105.)

     Mäßig bewegt. Nach C. Böhmer.

     1. „Was schiert mich Reich und Kaiserprunk mit all den bö=sen
Pla=gen, will mir viel bes=ser doch ein Trunk in
Ru=he hier behagen!“ So sprach der Kai=ser
Wen=zes=laus und trank den vol=len Hum=pen aus beim
Kö=nigs=stuhl zu Rhen=se, beim
[371] Kö=nigs=stuhl zu Rhen=se.

     2. Drauf Kurfüst Ruprecht von der Pfalz hub an: „Mein Herr
und Kaiser, Ihr sprecht allda mit vielem Salz vom roten Aßmanns=
häuser. Doch glaubt mir’s, ich bericht’s Euch recht: auch Bacharacher
schmeckt nicht schlecht |: beim Königsstuhl zu Rhense.“ :|

     3. Und als der Kaiser Wenzel das und all die Herrn vernommen,
da ließen sie von dort ein Faß des edlen Weines kommen und setzten
sich früh tages dran und schenkten ein und stießen an beim Königs=
stuhl zu Rhense.

     4. Der Kaiser sprach: „Der Wein schmeckt mir, das sag ich ohn
Bedenken, und wer des edlen Weines hier genug mir wollte schenken,
dem gäb ich meine Kron zum Dank!“ Er sprach es, schwieg und trank
und trank beim Königsstuhl zu Rhense.

     5. „Wohlan, den Handel geh ich ein!“ sprach Ruprecht mit Be=
hagen. „Ich will statt Euer Kaiser sein und Eure Krone tragen. Vier
Fuder, denk ich, sind genung, die dienen Euch derweil zum Trunk beim
Königsstuhl zu Rhense.“

     6. „Nimm Scepter, Hermelin und Kron, nimm alles, was ich
trage; doch quält dich Zwietracht einst und Hohn, so denk an mich und
sage: Der Wein ist mehr als Kronen wert; das hat ein Kaiser mich
gelehrt beim Königsstuhl zu Rhense.“

E. G. Drimborn. 1842.


          413.     Trinkerschwur.     (IV. 114.)

Fritz Keiser. 1895.

     1. Weg, Wirt, mit dei=nem Bierkrug jetzt, der Trank kann uns nicht
la=ben; flink grüne Römer her=ge=setzt, wir müssen Rheinwein
ha=ben! Beim Wein al=lein, ihr