Als nach langer Not und Schande

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Textdaten
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Autor: Rudolf Lavant
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Titel: Als nach langer Not und Schande
Untertitel:
aus: Eichenlaub und Fichtenreis
Herausgeber: Wilhelm Achilles
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1901
Verlag: Verlag von Wilhelm Achilles
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Erscheinungsort: Leipzig-Eutritzsch
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Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons,
S. 35–36
Kurzbeschreibung:
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26. (1894.)
Gewidmet zum Sachsenabend
beim 8. Deutschen Turnfeste in Breslau.


     Mel.: Auf, ihr Brüder, laßt uns wallen etc.

     1. Als nach langer Not und Schande, die in stummem Grimm es trug, leicht gelockert Deutschlands Bande durch der Dränger Unheilszug, als dem armen Vaterlande die Befreiungsstunde schlug, rief der Trommel lautes Werben Deutschlands Jugend in die Schlacht, lächelnd haben sie im Sterben sich als Opfer dargebracht, und in Splitter brach und Scherben des Soldatenkaisers Macht.

     2. All den Braven, die gefallen, flechten Kränze wir ins Haar, ihres Geisterzuges Wallen beugt das Knie uns immerdar, doch am Theuersten von Allen ist uns Lützows schwarze Schar. Wenn am Strand die Wogen schäumen, daß dem feigen Schwächling graust, wenn es in den Eichenbäumen unsrer Forste klagend braust, ziehen sie durch unser Träumen stolz und schön, am Schwert die Faust.

     3. Markig und gedrungen schreitet unter ihnen Vater Jahn; seine flinken Turner leitet froh er auf die Ehrenbahn und das Herz der Jugend weitet jauchzend sich bei seinem Nahn. Sinnend sieht er sich am Ziele, in den Augen Licht und Glanz, denn der Hasenhaide Spiele wurden ihm [36] zum Waffentanz und es reichte, wenn er fiele, ihm sein Volk den Eichenkranz.

     4. Heißgeliebt und hochgepriesen, ragt im ernsten Schattenzug hoch der ritterliche Friesen, den die Hand der Tücke schlug; wie der Brüder Schar um diesen edlen Jüngling Trauer trug! Ohne Makel ohne Fehle hat er hoffend aufgeschaut; reinen Leib der reinen Seele hat zum Tempel er erbaut; als er fiel, entrang der Kehle Aller sich ein Klagelaut.

     5. Deutschland hat den Trauerschleier seiner Töchter nicht gerügt; keine ernste Totenfeier hat für Körner ihm genügt, der den vollen Klang der Leyer zu des Schwertes Hieb gefügt. Tausend Männern jeden Standes hat den Mut er eingeflößt, der dem Sturm des Schlachtenbrandes mit Gesang die Brust entblößt, und die Schuld des Sachsenlandes durch sein Herzblut eingelöst.

     6. Wo in deutscher Turner Kreise der Pokal die Runde macht, werde darum laut und leise, innig jener drei gedacht, die in echter deutscher Weise die Begeistrung angefacht! Bei der Zeitenstürme Grollen, in des Friedens Sonnenschein, stimmen laut wir in den vollen Chor zu ihrem Ruhme ein; Körner, Jahn und Friesen sollen Vorbild uns und Führer sein!