Altoldenburgische Kartenlegerin

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Titel: Altoldenburgische Kartenlegerin
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 7, S. 116
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[113]
Altoldenburgische Kartenlegerin.
Nach dem Gemälde von Bernh. Winter.
[Abbildung nicht gemeinfrei. Bernhard Winter (1871–1964)]

[116] Altoldenburgische Kartenlegerin. (Zu dem Bilde S. 113.) Die Kunst des Kartenschlagens stand zu Anfang dieses Jahrhunderts in ganz besonderer Blüte; ihr Ansehen war damals durch Marie Lenormand, die „berühmteste Wahrsagerin des neunzehnten Jahrhunderts“, ganz besonders gefördert worden. In jene gute alte Zeit versetzt uns das ausdrucksvolle Bild von Bernhard Winter, denn Trachten, wie sie die drei jungen Mädchen auf dem Bilde tragen, waren zu Anfang dieses Jahrhunderts in Moorriem, der Heimat des Malers, gebräuchlich. Die liebe Unschuld erscheint so naiv und so leichtgläubig, daß man über sie kaum lachen kann, sondern sie vielmehr bemitleiden muß. Die Alte ist dagegen eine echte Schülerin der Lenormand, sie versteht sich aufs Kartenlegen, aber in der Abgefeimtheit scheint sie doch viele ihrer Vorbilder weit zu übertreffen. – Am Ende des neunzehnten Jahrhunderts hat das Handwerk der Kartenschlägerinnen nicht mehr den goldenen Boden wie ehemals, aber die ehrenwerte Zunft der Schwindlerinnen ist noch nicht völlig ausgestorben. Aufklärung thut noch heute dringend not; wir dürfen über die alte gute Zeit und ihre Schwächen nicht ohne weiteres überlegen lachen.