Allgemeines Deutsches Kommersbuch:149

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 296, 297
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[296]

sprach: Ich will dir gnädig sein, und weil du ein so frommes
Haus, so bitt dir selbst die Gna=den aus, aus!

     2. Der Noah sprach: „Ach lieber Herr! das Wasser schmeckt mir
gar nit sehr, dieweil darin ersäufet sind all sündhaft Vieh und Menschen=
kind. |:Drum möcht ich armer alter Mann ein anderweit Getränke
han.“ :|

     3. Da griff der Herr ins Paradies und gab ihm einen Weinstock
süß, und gab ihm guten Rat und Lehr und sprach: „Den sollst du
pflegen sehr,“ und wies ihm alles so und so; der Noah war ohn
Maßen froh.

     4. Und rief zusammen Weib und Kind, dazu sein ganzes Haus=
gesind, pflanzt Weinberg rings um sich herum, der Noah war fürwahr
nicht dumm, baut Keller dann und preßt den Wein und füllt ihn gar
in Fässer ein.

     5. Der Noah war ein frommer Mann, stach ein Faß nach dem
andern an und trank es aus zu Gottes Ehr, das macht ihm eben kein
Beschwer; er trank, nachdem die Sündflut war, dreihundert noch und
fünfzig Jahr.

     6. Ein kluger Mann daraus ersicht, daß Weins Genuß ihm schadet
nicht, und item, daß ein guter Christ in Wein niemalen Wasser gießt,
dieweil darin ersäufet sind all sündhaft Vieh und Menschenkind.

Aug. Kopisch. 1824.


          326.     Klipp — klapp.     (IV. 54.)

     Gemütlich und nicht zu schnell. Joh. Schondorf. 1895.

     1. Am Bach, beim grü=nen Tan=nen=schlag, wohl ei=ne
Müh=le ste=het, ohn Un=ter=laß sich Tag für Tag das
[297] Mühl=rad dor=ten dre=het: Stets klingt und singt es
dort „klipp-klapp“, der Mül=ler geht trepp=auf, trepp=ab und
schafft für sie=ben Knech=te, stets klingt und singt es
dort „klipp-klapp“, der Mül=ler geht trepp=auf, trepp=ab und
schafft für sie=ben Knech=te.

     2. Derweil im Hause, hübsch und fein, ein guter Hausgeist waltet,
des Meisters holdes Töchterlein gar sorglich drinnen schaltet. |: Sie
scheuert Tisch und Bänke ab, ihr Holzpantoffel macht „klipp-klapp“
auf den gebohnten Dielen. :|

     3. Doch abends kommt sie stets herfür wohl in den Blumengarten,
im Buschwerk an der Gartenthür da thut sie mich erwarten. Und
wenn ich sie im Arm dann hab, macht auch mein Herze stets „klipp-
klapp“, o Müllersmaid, mein Schätzel!

M. Barack.


          327.     Der Lindenbaum.

     Langsam. Nach Fr. Schubert. 1827.

     1. Am Brunnen vor dem Tho=re, da steht ein Lin=den=