Anina (Kämpchen)

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Textdaten
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Autor: Heinrich Kämpchen
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Titel: Anina
Untertitel:
aus: Was die Ruhr mir sang, S. 140
Herausgeber:
Auflage: k. A.
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1909
Verlag: Hansmann & Co.
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Erscheinungsort: Bochum
Übersetzer:
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Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Erschien erstmals in der Bergarbeiterzeitung, 06. Februar 1897
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[140] Anina *).[1]

Ungarerde, Ungarerde,
Zuviel Blut hast du getrunken
Schon in all’ den wilden Schlachten,
Die auf dir sind ausgefochten. –

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Wieder hast du dich gerötet,

Wiederum ist Blut geflossen,
Von acht armen Kohlengräbern,
Die wie Hunde sind erschossen.

Nicht durch Bergsturz, nicht durch Wetter

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Mußten diese Armen enden –

Nein, acht scharfe Büchsenkugeln
Haben ihnen Tod gesendet. –

Weiberklagen, Kinderjammern
Hallet nach den jäh Erschoss’nen –

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Um die Gatten, um die Väter

Gellen wird Verzweiflungsrufen. –

Und auch wir gedenken euer,
Kameraden, Arbeitsbrüder,
Die im schönen Ungarlande

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Traf solch’ grauenhaftes Schicksal. –


Wir, die deutschen Bergarbeiter,
Trauern um euch, Kameraden,
Euch, den toten und den wunden,
Weihen wir des Liedes Spende. –


  1. *) Von der Gendarmerie wurde zweimal unter die streikenden Bergarbeiter von Anina (Süd-Ungarn) geschossen. Acht Arbeiter und zwei Frauen blieben tot auf dem Platze, außerdem waren noch mehrere Personen, zum Teil recht schwer, verletzt.

Anmerkungen (Wikisource)

Zum Schauplatz im heutigen Rumänien siehe die Wikipedia. Der Streik fand im Januar 1897 statt.