BLKÖ:Aschbacher, Anton Dominik

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 1 (1856), ab Seite: 75. (Quelle)
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Aschbacher, Anton Dominik (Tyroler Landesschützen-Major, geb. im Weiler Achensee, Gemeinde Achenthal in Tyrol 14. Oct. 1782, gest. zu Langres in Frankreich 12. März 1814). Ein Sohn des Zolleinnehmers in Achensee, dessen Vater schon durch 50 Jahre denselben Posten eingenommen hatte und wegen seiner treuen Dienste von der glorreichen Maria Theresia mit der großen goldenen Medaille sammt Kette beschenkt worden war, genoß Anton eine treffliche Erziehung. Er studirte in der Stiftsschule zu Tegernsee, dann in Hall und zuletzt die Philosophie in Salzburg. Schon 1800 focht er zugleich mit seinem Vater als Fähnrich heldenmüthig beim Gränzpasse Achen. Im J. 1809 aber war er Hauptmann der Achenthaler und später Schützenmajor und stand als solcher an den Pässen in Achenthal, bei der Rothholzer-Brücke am Lüheberg zwischen Jenbach und Tratzberg und dann auch auf dem Iselberge im Centrum der Vertheidigung. Seinem Patriotismus opferte er alle seine Kräfte und Mittel, dabei wußte er Disciplin mit Menschlichkeit zu vereinen. Im Juli dieses Jahres begab er sich zum Kaiser. Seine Rückreise, auf der er wichtige Depeschen bei sich trug, war mit Gefahren verbunden. Er führte einen Paß als Handlungscommis mit dem Namen Lehmann. In Salzburg kam er an der table d’hôte mit französischen und bairischen Officieren zusammen, von denen letzteren Einer ihn erkannte, aber ungehindert weiter ziehen ließ. Als er heimkam, fand er das väterliche Haus niedergebrannt und seinen Bruder, einen Landesvertheidiger, auf dem Todtenbette. Nach geschlossenem Frieden erhielt A. [76] vom Kaiser eine Pension von 800 fl. CM. Als im J. 1813 die Zeit der endlichen Befreiung herangenaht war, that auch A. das Seinige. Seine Theilnahme an den Bestrebungen gegen den Feind des Vaterlandes ward der bairischen Regierung verrathen und seine Verhaftung beschlossen. Er entging aber derselben und ein biederer Landsmann, Jacob Pockstaller, verbarg ihn mit eigener Lebensgefahr. Später flüchtete er nach Oesterreich, ward Major in der Armee und kam mit dem kais. Heere nach Trient. Ende 1813 ging er als Courier durch Innsbruck an die drei Monarchen nach Frankfurt. 1814 zog er mit der Armee nach Frankreich, um sein Vaterland nicht wieder zu sehen. Auf sein Ansuchen ward er vom Kaiser als Inspector der Militärspitäler zu Langres angestellt, in welcher Stellung er auf geheimnißvolle Weise starb. A. wird als gebildeter und liebenswürdiger, als ein ehrenhafter und frommer Mann voll kindlichen Zartgefühls und reinster Humanität geschildert.

Staffler (Joh. Jac.),Tyrol u. Vorarlberg, statistisch u. topographisch mit gesch. Bemerkungen (Innsbruck 1839–1842, F. Rauch. 2 Bde. in 5 Thl.) II. Thl. S. 687.