BLKÖ:Bäuerle, Friederike

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 1 (1856), ab Seite: 121. (Quelle)
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Bäuerle, Friederike (geb. 11. Dec. 1820). Eine Tochter Adolph Bäuerle’s aus seiner ersten Ehe mit Antonia Egger. Frühzeitig schon entwickelte sich im Kinde ein besonderer Hang zur Musik, den auszubilden nichts unterlassen wurde; in kurzer Zeit brachte sie es zu solcher Bedeutung, daß sie in spätern Jahren als eine der besten Dilettantinen Wiens galt und wegen der Zartheit und Grazie ihres Spiels allgemeine Anerkennung fand. Im Jahre 1848 machte sie eine bedeutende Reise und lernte den interessantesten Theil Europa’s: ganz Deutschland, Belgien, Frankreich und Großbritannien kennen. Ihre daselbst empfangenen Eindrücke brachte sie zu Papier, dies veranlaßte sie, sich später literarischen Beschäftigungen zuzuwenden, und die vielen geistreichen, pikanten Bluetten in der Theaterzeitung der JJ. 1850, 1851, 1852, 1853, welche mit F. bezeichnet sind, und oft die Runde durch viele deutsche Unterhaltungsblätter machten, sind aus ihrer Feder. Außerdem schrieb sie mehrere Original-Erzählungen, welche wie die Uebersetzungen interessanter Novellen und Romane, in den Journalen ihres Vaters erschienen. In neuerer Zeit arbeitet sie für das von Hartleben in Pesth und Wien herausgegebene „belletristische Lesecabinet“, theils unter eigenem Namen, theils unter dem Pseudonym Friedrich Horn; und sind in demselben und noch sonst von ihr erschienen „Der Spion der vornehmen Welt“ von Saint-Georges: – „Miss Mary“ und „Gilbert und Gilberte“ von Eugen Sue; „Die Wilde der Berge“; – „Der letzte Irländer“ „Die Marquise von Norville“ von Elie Berthet; [122] „Concino Concini“ und „Der Menschenjäger“ von Gonzales; – „Die Gefängnisse v. Schlüsselburg“ von Fath; „Die letzte der Feen“, aus dem Englischen von James; viele kleinere Erzählungen und Novellen nicht gerechnet. In Gemeinschaft mit dem Herausgeber dieses Lexikons arbeitete sie, abwechselnd einen Brief sie, einen Brief er, nach vorausgegangenem von ihm entworfenen Plane die „Blumenbriefe“, wovon die erste Serie in der „Ostd. Post“ 1853, die zweite im „Salon“ v. Nordmann 1854 erschienen, die sich nicht ungewöhnlichen Beifalls im Publicum zu erfreuen hatten. In jüngster Zeit veröffentlichte sie Bruchstücke aus den Erinnerungen und Erlebnissen ihres Vaters, welche sie allerliebst nacherzählte, als: „Der erste April“ – „der Herzog Lorenz“, worin sie ein seltenes Talent, harmlose Begebenheiten mit Geist und Grazie zu erzählen, an den Tag legte.

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