BLKÖ:Bach, Eduard Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 1 (1856), ab Seite: 108. (Quelle)
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Bach, Eduard Freiherr von (Statthalter in Oberösterreich, geb. zu Wien 1815). Bruder des Vorigen. Erhielt im väterlichen Hause eine sorgfältige Erziehung; war von einer besondern Vorliebe für den Militärstand beseelt, opferte aber dieselbe den Wünschen seines Vaters. Im J. 1835 trat er nach vollendeten höhern Studien als Practikant des galiz. Guberniums in Staatsdienste. Eduard B. begann nun seine Laufbahn unter einem Manne, dessen Name in der Geschichte der österreichischen Administration zu den einflußreichsten zählt, unter Baron Krieg. Die eigenthümlichen Verhältnisse Galiziens, verwickelter als die der andern Kronländer, bedurften insbesondere in den letzten Jahren seltener Gewandtheit und Mäßigung in ihrer Leitung. In dieser Schule bildete sich Ed. Bach, und erhielt bald Gelegenheit zur Entfaltung und Geltendmachung der angebornen Talente und der in sorgfältigen Studien gewonnenen Kenntnisse. 1845 ward er zum Gubernialsecretär in Lemberg ernannt. Das Jahr 1846 schon gab ihm volle Gelegenheit, Tact und Energie bei Gelegenheit der ausgebrochenen Unruhen zu bewähren, welche einen bedrohlichen Charakter angenommen. Ed. B. nämlich war es, der damals im Vereine mit Benedek (s. d.) nicht nur zur schnellen Herstellung der Ruhe beitrug, sondern auch durch Umsicht und Mäßigung eine Pacificirung herbeiführte, die kaum so bald möglich schien. Beförderung außer der Tour – er ward 1847 zum Kreishauptmann in Kolomea ernannt – war die nächste Folge dieser Verwendung. Das J. 1848 sah ihn in gleicher Eigenschaft in Czernowitz. In den J. 1849 und 1850 ging er als Civilcommissär nach Siebenbürgen und ordnete daselbst die Verhältnisse dieses durch die Revolution sehr zerrütteten Landes in eben so kurzer Zeit als mit dem glücklichsten Erfolge. Im Jahr 1852 begab er sich, als nach Wien sämmtliche Statthalter des Kaiserstaates zu Berathungen einberufen worden waren, nach der Residenz und verließ sie nur, um sich als Statthalter nach Oberösterreich zu verfügen. Seit B. diesen Posten in einem Lande übernahm, in welchem die Unordnungen des Jahres 1848 von nachhaltiger Wirkung gewesen, wendete er seine ganze Thätigkeit daran, die traurigen Spuren der Anarchie zu verwischen. Im August 1854 erhielt B. die Mission als kais. Civilcommissär in die Donaufürstenthümer, als dieselben von österreichischen und türkischen Truppen gemeinschaftlich besetzt wurden. Im J. 1855 kehrte B. auf seinen frühern Posten zurück. Die zahlreichen Verdienste B.’s um den [109] Staat belohnte der Monarch durch die Verleihung des Ordens der eisernen Krone I. Classe und das Komthurkreuz des Franz Joseph-Ordens. Mehrere Städte sandten B. das Diplom der Ehrenbürgerschaft. Die Ordnung der gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse, die Herstellung vernachlässigter Communicationen, die Verbesserung des Schulwesens und noch viele andere die öffentliche Wohlfahrt und Sicherheit betreffende Einrichtungen erwarben ihm bald im Kronlande alle Sympathien, die sich lebhaft aussprachen, als B., nach fast jahrlanger Abwesenheit von seiner Mission in den Donaufürstenthümern zurückkehrend, in Linz wieder eintraf.

Illustrirte Zeitung. Leipzig, 6. Oct. 1855. XXV. Bd. Nr. 640. Agramer Zeitung 1849. Nr. 127. – Porträt von Kriehuber, 1855, Fol., ein anderes nach einer Phothogr. lith. von Kriehuber, 1854, 8°.)