BLKÖ:Bazzoni, Albert Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Bazzini, Anton
Band: 1 (1856), ab Seite: 197. (Quelle)
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Bazzoni, Albert Franz (Priester, geb. zu Cerveno zu Ende des vorigen [198] oder zu Anfang dieses Jahrhunderts, gest. ...?). Auf der Schule zu Lovere gebildet, erregte er durch seine Talente und sein ganzes Wesen die Aufmerksamkeit des Bischofs Nava, der für seine weitere Ausbildung väterlich sorgte. Die erste Frucht dieser Erziehung war eine Predigt über den Erlöser, eine andere über die heilige Jungfrau und eine dritte über die christliche Religion. Als im Seminar zu Lovere die Kanzel der schönen Wissenschaften erledigt war, wählte man Bazzoni, der vier Jahre diesen Posten bekleidete und sich seinen Schülern unvergeßlich machte. Im Jahre 1820 ward er mit Uebereinstimmung des ganzen Clerus und zur Freude der Gemeinde zum Propste von Gambara ernannt. Die Antrittsrede, welche er da hielt, war eine der schönsten, sowie er in der Ausübung dieses Amtes die gediegensten Proben geistlicher Beredsamkeit gab. Die Gemeinde hatte an ihm einen Vater, der die Angelegenheiten ihrer Familien wie ihrer Seelen unermüdlich besorgte, und weder Ungemach noch Gefahren konnten ihn davon abhalten. Als im Jahre 1836 die Cholera wüthete, sah man ihn an der Spitze seines Clerus, inmitten allgemeiner Trauer und der Todesnoth stets zur Hand, irdischen und himmlischen Trost zu spenden und alle Vorkehrungen treffen, der entsetzlichen Seuche Einhalt zu thun. Dabei war er bescheiden und enthaltsam, und an all den Freudenfesten, welche Freundschaft oder Dankbarkeit ihm zu Ehren veranstalteten, nahm er höchst selten und nur dann Theil, wenn er es mit den Pflichten seines heiligen Standes vereinbarlich glaubte. Das segensvolle Andenken, welches dieser fromme Priester in seiner Gemeinde hinterließ und das sich ungeschwächt erhalten hat, möge hier ausnahmsweise hinreichen, ihm, der sonst keine bleibenden Werke seiner gepriesenen Thätigkeit hinterließ, eine Stelle in diesem Werke einzuräumen. Wer so ganz, wie B., den heiligen Zweck seines Wirkens erfüllte, ist auch denkwürdig.

Commentari dell’ Ateneo di Brescia per l’anno academ. 1847 (Brescia 1849, Tipogr. Venturini), S. 304. (Von Peter Zambelli.)