BLKÖ:Benkert, Emerich Maria

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 1 (1856), ab Seite: 276. (Quelle)
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Benkert, Emerich Maria[BN 1] (Maler, geb. zu Wien 27. März 1825, gest. ebendas. 21. Jänner 1855). Die ersten Jahre seiner Jugend verlebte er zu Pesth, wo er in Gemeinschaft mit seinem Bruder Karl (siehe den Vorigen) die Normal- und einige lateinische Schulen besuchte, und unter der Leitung seiner Mutter stand, die als Schülerin Leybolds eine tüchtige Aquarell- und Blumenmalerin war. Bei dem jungen Emerich deutete aber anfänglich nichts darauf hin, daß dieser Einfluß der Mutter ein befruchtender werden könne, ja der Knabe zeigte eher Abneigung als Liebe für die Kunst. Er ward daher zum Kaufmannsstande bestimmt und kam 1839 nach Schemnitz zu einem Specereihändler in die Lehre. Ob schlechter Behandlung verließ er diesen Ort. Man versuchte es, ihm in Pesth einen gleichen Platz zu verschaffen, aber B. fühlte sich auch da nicht behaglich – und er erklärte eines Tages rasch und bestimmt, daß er Maler werden wolle. 1842 trat er in die Pesther Zeichnungsschule und wurde nach 2 Jahren bei der Wiener Akademie vorgemerkt. Gleichwohl trat er nach seiner Ankunft in Wien (1844) nicht in dieselbe, und arbeitete lieber auf eigene Faust. Der geniale August Schrödl stand ihm lehrend und freundlich zur Seite. Um zu Geltung zu kommen, arbeitete B. so rastlos, und in so aufgeregter Stimmung, daß seine Gesundheit allgemach zu leiden begann. Dazu gesellte sich noch materielle Noth, eine Sehnsucht nach Italien, die er nie sollte befriedigen können, und endlich (1847) ernstliches Kranksein. Indessen begann er sich nach und nach durch einzelne Arbeiten bekannt zu machen. Auf kleinen Ausflügen nach Oberösterreich, Steiermark, in die Karpathen, füllte er seine Mappe mit Handzeichnungen schöner Gebirgsgegenden. Im J. 1850 nöthigten ihn seine sich verschlimmernden materiellen Verhältnisse, seine Kunst auch als Broderwerb zu betreiben. Er widmete sich unter Waldmüller der Oelmalerei, dem Genre- und Porträtfache, und nebenbei lithographirte er. Aengstlich suchte er nun den Ertrag seiner Arbeiten so hoch zu steigern, daß er doch noch die langgewünschte, jetzt auch von den Aerzten angerathene Reise nach Italien unternehmen könnte; aber es war ihm nicht beschieden. Ein Blutsturz, die Folge zu großer Anstrengung und geschwächter Brust, machte seinem [277] Leben schnell ein Ende. Von seinen Arbeiten sind folgende Oelgemälde die bedeutenderen: „Wildschützen auf der Spur“ (1850); – „Die Versuchung“ (1851); – „Sennerinnen finden einen verunglückten Jäger“ (Oestr. Kstv. 1851, 330 fl.); – „Die Busspredigt“ (Oestr. Kstv. 1851, 220 fl.); – „Gemsjagd“ (Oestr. Kstv. 1852, 60 fl.); – „Die Ruhe“ (Oestr. Kstv. 1852, 230 fl.); – „Mutterliebe“ (1852); – „Der Liebe Opfer“ (1852); – „Ein Abenteuer im Gebirge“ (1853); – „Der Nebel“ (1853); – „Parthie aus Steiermark“ (1853); – „Die Erwartung“ (1853); – „Ideale Landschaft“ (1853); – „Eine Pussta“ (1854); – zahlreiche gelungene Porträte, darunter sein eigenes. Unter seinen Lithographien sind bemerkenswerth durch Schönheit der Ausführung die „Ansichten des Eisenbahnbaues über den Semmering,“ in 18 Blättern (auf 30 berechnet), im Auftrage der Baucommission 1854, und 12 Blätter Genrezeichnungen unter dem Titel „Lebensbilder,“ welche als artistische Beilagen in Auer’s „Faust,“ (Wien 1854 und 1855) erschienen. B. hinterließ nach einjähriger kinderloser Ehe eine junge Witwe. Auch war er Mitglied des Wiener Männergesangvereins. Sein Grab befindet sich auf dem Schmelzer Friedhofe.

Kertbény (K. M.), Ungrische Malerrevue I. Heft, 1855, S. 70. – Pesti napló, d. i. Pesther Journal VI. Jahrg. 1855, Nr. 24.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Benkert, Emerich Maria, Maler [s. d. Bd. I, S. 276].
    Kertbeny (K. M.), Silhouetten und Reliquien. Erinnerungen... (Wien und Prag 1861, Kober, 8°.) S. 24–43 [eine ausführliche Lebensschilderung mit Angabe seiner Arbeiten]. [Bd. 11, S. 368.]