BLKÖ:Besange, Hieronymus Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Beschengei, Georg
Band: 1 (1856), ab Seite: 347. (Quelle)
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Besange, Hieronymus Freiherr von (Theolog, Professor der heil. Schrift, geb. zu Linz 22. Juli 1726, gest. ?). Entstammt einer alten adeligen Familie, die Urkunden weisen den Ursprung aus einem vornehmen lothring. Geschlechte nach. Sein Vater, Lamy Freih. v. Besange war Oberstlieut. im Drag.-Reg. Graf Batthyani, seine Mutter Antonie eine geborne Gräfin Auersperg. Der Sohn kam mit 9 Jahren in das Benedictiner-Stift nach Kremsmünster, wo er seine Studien begann und beendete, und nach ihrer Vollendung beschloß, in den Orden der Benedictiner zu treten. 1744 legte er das Ordensgelübde ab, und 13. Oct. 1750 wurde er zum Priester geweiht. Zuerst wendete sich B. der justinianeischen Rechtsgelehrsamkeit zu, später aber wählte er die heil. Schrift zum Lieblingsstudium, und erhielt 1755 von seinem Obern eine Professur derselben. Seine Bemühung, den echten Ursprung der vorzüglichsten Kirchenfeste aus den wichtigsten Schriftstellern nachzuweisen, und den Sinn der h. Schrift bei denselben zu enthüllen, veranlaßte die Herausgabe des Werkes:„Exercitationes religiosae etc. cum historico morali pertractatione de praecipuis festis ecclesiae etc.“, dessen größere Verbreitung der dem Zeitgeschmacke entsprechende Titel und die vorausgeschickten Andachtsübungen verhindert haben. Seine übrigen Werke sind: „Abhandlungen von den sieben Busspsalmen Davids“ (1776); – „Exercitatione religiosae“ (1757, 8°.); – „Introductio in vetus testamentum critico-hermenevtico-historica“ (Styrae 1764, 1765, 4°., 2 Bde.). Der erste Band enthält die ersten Bücher des alten Bundes, der zweite die prophetischen; – „Introductio in sancta IV Evangelia critica hermenevtica sacra“ (Venetiis 1775); der vielen Druckfehler wegen mußte davon eine neue Auflage zu Steyer veranstaltet werden. Das Werk sollte dem Papste Clemens XIV. zugeeignet werden, da aber Clemens starb, ehe dasselbe die Presse verließ, eignete es B. dem Papste Pius VI. zu, der dem Verfasser ein ehrenvolles Schreiben zuschickte, welches de Luca am unten angezeigten Orte mittheilt; – „Fasciculus Myrrhae collectus ex omnibus angustiis ex doloribus patientis pro humano genere Salvatoris etc. etc.“ (Styrae 1766, 2 Bde.); – „Des heil. Johannes Chrysrostomus Ermahnungsschreiben an Theodorus von Mopsuestia in’s Deutsche übers.;“ – „Die sieben Busspsalmen Davids ...“ (Salzburg 1776); – „Des hochw. Herrn J. B. Bossuet ... Abhandlung von der Geniessung des heil. Abendmales unter beiden Gestalten. Aus dem Franz.“ (1776, 2 Thle. 8°.). B. hatte auch die Absicht eine „Introductio in Acta Apostolorum“ herauszugeben.

(De Luca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien 1776, Ghelen, 8°.) I. Bdes. I. Abtheil. S. 28. – Pillwein (Benedict), Linz, Einst und Jetzt (Linz 1846) II. Thl. S. 33.