BLKÖ:Blagatinschegg Edler von Kaiserfeld, Franz

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Blaas, Karl
Band: 1 (1856), ab Seite: 419. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Blagatinschegg Edler von Kaiserfeld, Franz|1|419|}}

Blagatinschegg Edler von Kaiserfeld, Franz (Gutsbesitzer und Landwirth in Steiermark, geb. zu Anfang der zweiten Hälfte des vor. Jahrh., gest. (?). Im J. 1774 trat er als Werb-Bezirkscommissär in Steiermark in Staatsdienste. 1786 ward er als Commissär des bei Pettau abgehaltenen Uebungslagers angestellt, u. erwarb sich durch aufopfernde Verwendung und Zustandebringung schwieriger Verrechnungen die mündliche und schriftliche Zufriedenheitsbezeigung Kaiser Josephs II. Im J. 1805 gab er seinen ältesten Sohn Franz Ludwig, ungeachtet ihm dieser bei seinen ausgedehnten politischen und militärischen Geschäften unentbehrlich war, als Kreisconducteur zur Landes-Fuhrwesens-Direction der italien. Armee, wobei sich auch dieser auszeichnete. Besondere Verdienste erwarb sich B. aber als Oekonom, und zwar vor Allem in Emporbringung der Schafzucht. Schon im J. 1790 besaß er einen Stand von 1100 Zuchtschafen, den er in kurzer Zeit auf 3000 vermehrte. Sein Beispiel wirkte so mächtig auf alle Gemeinden, daß durchwegs eine bessere Cultur dieses Landwirthschaftszweiges eintrat. Die Staatsverwaltung selbst fand sich bewogen, die Schafzucht auf ihren Gütern durch eigens delegirte Beamte nach dem Muster der B.’schen Cultur einzurichten. So ward z. B. der Staatsherrschaft Thurnisch in Innerösterreich durch dieses Verfahren eine jährliche Mehreinnahme von 8–10,000 fl. gesichert. B. konnte mit Recht als der Schöpfer der veredelten Schafzucht und verbesserten Landesökonomie in Innerösterreich angesehen werden. Aber auch als Patriot wußte B. sich zu zeigen. Von 1790–94 befaßte er sich eifrigst und großen Hindernissen gegenüber mit Errichtung dreier Schulen im Ebensfelder Bezirke. Bei Gründung des Cillier Gymnasiums gab er als freiwilligen Beitrag 220 fl.; ferner baute er [420] auf eigene Kosten in seinem Bezirk (Marburg) eine schöne Filialkirche, hob das Impfwesen, equipirte und unterstützte viele mittellose Officiere, und wirkte erfolgreich durch verständige Behandlung seiner Unterthanen in allen Recrutirungsfällen. Als im J. 1809 seinem Bezirke ein Zwangsdarlehen von 48,000 fl. auferlegt ward, gab er diese Summe, Angesichts der Mittellosigkeit der Gemeinden, aus Eigenem. Zu Zeiten großer Theuerung schlug er große Getreidevorräthe um billige Preise los, und während der Hungersnoth von 1814–15 streckte er Getreide auf billige Raten vor, wodurch er große Verluste erlitt. Bei mehreren Gelegenheiten rüstete er auf seine Kosten Kriegsmannschaft aus, leistete unverzinsliche Kriegsvorschüsse, und gab bedeutende Geschenke. Auch sein ältester Sohn Franz Ludwig, Gutsbesitzer, machte sich durch ähnliche patriotische Gaben um das Vaterland verdient. In Anerkennung dieser rühmlichen Thatsachen ward er im J. 1818 in den Adelstand mit obigem Prädicate erhoben.

Hellbach (Johann Christ, v.), Adels-Lexikon (Ilmenau 1825, Voigt) I. Bd. S. 147. – Adels-Diplom vom 8. März 1818. – Wappen: Ein von blau und roth viergetheilter Schild. Im ersten Felde eine goldene Korngarbe; im zweiten ein mit 3 Trauben befruchteter Weinstock; im dritten ein schroffer, gespitzter Fels; im vierten auf grünem Grunde ein Widder in natürlicher Farbe.