BLKÖ:Bloch, Samson

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Blüemel, Sebastian
Band: 1 (1856), ab Seite: 435. (Quelle)
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Bloch, Samson (hebräischer Schriftsteller, geb. zu Kulikow in Galizien im J. 1784, gest. zu Lemberg 7. Oct. 1845). Bloch war unter den jüdischen Schriftstellern als vorzüglicher Prosaiker geschätzt. Zu seiner Zeit war die deutsche Sprache unter den Juden nicht sehr gepflegt und nur das Hebräische die Sprache, welche die Juden mit der Wissenschaft überhaupt bekannt machte. Zu den emsigsten Vermittlern auf diesem Gebiete zählt Bloch, welches Verdienst um so höher geschätzt werden muß, wenn man bedenkt, daß damals mittelst der deutschen Sprache zu wirken nicht gerathen war, weil der Israelit im Wahne, die deutsche Sprache bedrohe seinen Glauben, vor diesem Idiome eine eigenthümliche Scheu trug. Bloch schrieb „Schebile Olam“, d. i. Hebräische Erdbeschreibung (Zolkiew 1822 u. 1830, Meierhofer), – ferner übers. er Raschi’s (Jarchi), eines der bedeutendsten Bibel- und Talmud-Commentatoren aus der Provence, der kurze Zeit in Prag und dann in Worms lebte, Biographie von Zunz und gab Anmerkungen dazu; – ferner: „Theschuat Israel“, d. i. Die Rettung der Juden (Wien, Schmid). Diese Schrift von Menasse Ben Israel (1604) enthält eine Vertheidigung der Juden und des Judenthums Cromwell gegenüber, da damals kurz vor Erscheinen dieser Schrift alle Juden aus England verbannt wurden. Diese Schrift wurde früher schon von Mendelssohn in’s Deutsche übersetzt. Unter [436] den Flugblättern, die Bloch herausgab ist besonders hervorzuheben die Streitschrift über das kabbalistische Buch „Sohar“, als dessen Verfasser man früher R. Schimon Ben Jochai hielt, und weßhalb man diesem Werke einen Werth beilegte, den es aber nicht hat.

Sartori (Dr. Fr.), Historisch-ethnographische Uebersicht der wissenschaftlichen Cultur des östr. Kaiserstaates (Wien 1830) I. Bd. S. 365. – Frankl (L. A.), Sonntagsblätter 1845.