BLKÖ:Campana, Andreas Edler von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 2 (1857), ab Seite: 245. (Quelle)
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Campana, Andreas Edler von (Arzt, geb. in Corsica um das Jahr 1770, gest. 1855). Studirte zu Venedig die Chirurgie und hatte sich bereits einen Namen gemacht, als die Republik an Frankreich abgetreten wurde. Einer Einladung [246] nach London konnte C. sich nicht entschließen zu folgen. In Padua nahm er nun das Doctorat. Vorzüglich ausgezeichnet war C. als Chirurg; der berühmte Pajola erklärte C. für seinen besten Schüler. Die Steinoperationen, die er in großer Menge in Istrien, Dalmatien und in den benachbarten Gegenden mit glücklichem Erfolge ausgeführt, leiteten ihn zu einem eingehenden Studium dieses Uebels und mit den darüber angestellten Beobachtungen erweckte er die Aufmerksamkeit der Wissenschaft. Er erörterte zu gleicher Zeit alle mit diesem Uebel zusammenhängenden Abscessen; forschte den Ursachen nach, um mit der Kenntniß derselben durch ihre Beseitigung das Uebel selbst im Keime zu ersticken, wies die entsprechendste Methode nach, den Stein in der Blase mit dem Lithotom zu erfassen; erfand ein neues Instrument, die Tonsillen auszuschneiden und ein anderes, um jene Auswüchse auf dem Rücken des Foetus, welche die Geburt verhindern, zu zerstören. Als er im vorgerückten Alter seine Kunst aufgab, widmete er sich der Landwirthschaft und trieb diese mit solchem Erfolge, daß seiner „Memoria sulla Coltivazione del Gelso“, von dem Istituto veneto der Preis zuerkannt wurde. Kaiser Ferdinand I. belohnte C.’s Verdienste durch Erhebung in den Adelstand. Napoleon I. u. sein Bruder Hieronymus zeichneten ihn sehr aus, ersterer ernannte ihn zum Professor der Anatomie und klinischen Chirurgie für die Chirurgen der Marine, letzterer nahm einst die goldene Kette, die er am Halse zu tragen pflegte, und hing sie C. um. Das königliche Institut von Neapel, das Athenäum Venedigs und viele andere gelehrte Gesellschaften hatten C. ihre Diplome zugeschickt.

Menzioni onorifiche a defonti di Venezia. Primo Semestre 1855 (Venedig, Perini, 8°.) S. 4: „Nekrolog“ von Dr. Ant. Perussini.