BLKÖ:Canziani, Giuseppe

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Cantù, Ignaz
Nächster>>>
Capellari
Band: 2 (1857), ab Seite: 273. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Canziani, Giuseppe|2|273|}}

Canziani, Giuseppe (Arzt und Schriftsteller (geb. zu Mailand im März 1815, gest. daselbst Anfangs Juli 1849). Von bürgerlichen Eltern abstammend, besuchte er die Schulen in Mailand, wählte die Medicin als Fachstudium und wurde im Mai 1838 zum Doctor graduirt. Seine aus diesem Anlaß herausgegebene Inauguralschrift: „Principii elementari di Frenologia“ (Mailand 1838) veranlaßt seine Ernennung zum correspondirenden Mitglied der phrenologischen Gesellschaft in Paris. Den anstrengenden Dienst der ärztlichen Praxis vertauschte er bald mit einer Dienstleistung im Sanitätsdepartement und zwar zuerst bei der Delegation in Mailand, später beim lombardischen Protomedicat (1838), indem er zugleich seinem Doctorat der Medicin noch die Doctorswürde aus der Chirurgie und Zoojatrie (Juli und December 1840) hinzufügte. Jetzt waren es besonders die Thierheilkunde und die Sanitätsstatistik, welchen er seine Aufmerksamkeit zuwendete, und die periodischen Fachschriften enthalten manchen Beitrag seiner Feder. Zugleich unternahm er, um sich an Ort und Stelle mit den verschiedenen Einrichtungen im Sanitäts- und Veterinärwesen bekannt zu machen, Reisen nach Frankreich und England, und lernte auch die anderen italienischen Staaten kennen. Als Fachschriftsteller und Kritiker medicinischer Werke hatte er sich bereits eine solche Geltung verschafft, daß ihn im J. 1814, als der Gelehrtencongreß in Mailand sich versammelt hatte, die medicinische Section zum Secretär und zwei Jahre später, 1846, die Direction des Ospitale maggiore in Mailand in gleicher Eigenschaft in ihr Gremium berief. Die Società di Incoraggiamento delle Scienze, Lettere ed arti in Mailand wählte ihn bei Berathungen in schwierigen und umständlichen wissenschaftlichen Fragen in [274] die dazu bestellte Commission, und das Asilo infantile di s. Celso ernannte ihn zu seinem Arzte. Von seinen zahlreichen sanitätspolizeilichen und statistischen Aufsätzen seien hier die wichtigsten angeführt: „Cenni istorici sull’ arte veterinaria“ im Politecnico(1842, V. Bd.); – „Alcuni considerazioni di pubblica igiene intorno alla idrofobia“, in der Gazz. med. (di) Lombardia (1843, Nr. 9, 10); – „Sulla genesi della rabbia“ Ebenda (1846, S. 213, 286, 294); – „Sui medici e chirurghi lombardi, nozioni statistiche pel 1842“, Ebenda (1842, Nr. 12); – „Sull’ esercizio farmaceutico ostetrico e veterinario in Lombardia, nel 1842“, Ebenda (1843, Nr. 19); – „La Beneficenza ospitaliera in Lombardia“, Ebenda (Nr. 29); – „Dell’ ordinamento sanitario nelle nove provincie di Lombardia“ im Politecnico (1844, fasc. 39); – „Sulla idrojatria“ (in der Gazzetta medica 1843, Nr. 1); – „Metodo Goriniano per la conservazione dei Cadaveri“, Ebenda (1845, Nr. 32) und „Relazione statistica sui pietranti avutisi in Lombardia dal 1830 al 1844”, Ebenda (1846, Nr. 31).

Sorgato (Gaetano Al.), Memorie funebri antiche e recenti raccolte ... (Padua 1856, Seminardruck., gr. 8°.) S. 126.