BLKÖ:Cantù, Ignaz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Canziani, Giuseppe
Band: 2 (1857), ab Seite: 272. (Quelle)
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Cantù, Ignaz (Schriftsteller, geb. in Mailand 5. Dec. 1810). Bruder des Vorigen. Gleich seinem Bruder verlegte er sich auf geschichtliche Arbeiten; zu gleicher Zeit aber warf er sich auf ein in Italien bisher noch wenig gepflegtes Feld, nämlich auf jenes der Jugendschriften. Zum Erzieher der durchl. Söhne Sr. kais. Hoheit des Erzh. Rainer berufen, widmete er die Mußestunden der schriftstellerischen Thätigkeit nach verschiedenen Richtungen. Bisher sind von ihm folgende Schriften, welche hier in chronologischer Ordnung aufgezählt werden, erschienen: „Le vicende della Brianza e de’ paesi circonvicini“, 2 Bde. (Mailand 1836, ganz umgearbeitet und bis zum J. 1853 fortgesetzt, 1853, 8°.); – „Influenza degli Imperatori di Casa d’Austria nelle vicende d’Italia. Commentario storico con tavole e descrizione del Duomo di Milano, addobbato per l’incoronazione lombardo-veneta di Ferdinando I. (Mailand 1838, Fol.); – „Don Ciccio Orlandi di Rugabella, storia milanese del XVII. secolo“ (Mailand 1839, Ripamonti Carpano, 18°., mit K. K.); – „Cecco Maroni e la Celestina della Vedra cronaca del Secolo XVII., scoperta e rifatta da lui“ (Mailand 1841, 18°.). Ein Roman nach dem alten italienischen Volksliede: „Don don, Cecco Maron, Ciocca de festa, Pan in canesta, Vin in vassell Ciappa, ciappa che l’è bell“; – „Gli ultimi cinque giorni degli austriaci in Milano, relazione e reminiscenze“ (Mailand, März 1848, Borroni und Scotti, 16°.); – „Storia ragionata e documentata della rivoluzione lombarda” (Mailand 1848, Ronchi, 8°.); – „Il Burigozzo del secolo XIX., Jahrg. 1851–1856” (Mailand, Vallardi), ein Kalender, wovon eine Auflage von 8000 Exemplaren gemacht wird; – „Quattro giorni in Milano e suoi Corpi Santi aggiuntevi parziali escursioni ai luoghi più notevoli, ai Laghi, al Varesotto, alla Brianza“ (Mailand 1852, Vallardi), ein italienischer Fremdenführer für die Stadt Mailand, reich an genauen Daten und treffenden kritischen Bemerkungen; – „Vita ed opere di Tomaso Grossi, memoria“ (Mailand 1853, Borroni, 8°.); – „Agata della Madonna del Monte“ (Eb. 1853, 24°.), eine neue Ausgabe des „Marchese Annibale Porrone“, zum Theil umgearbeitet und mit diesem neuen Titel versehen; – „La Parocchia di Val [273] Fiorita, letture morali“ (Eb. 1852, 12°.); – „Cielo e terra“ (Ebenda 1853, Vailardi, mit 13 Abbildungen), ein Lesebuch für die Jugend; – „Le vite de’ celebri guerrieri“ (Ebenda, mit 13 K. K.), gleichfalls ein Lesebuch für die Jugend; – „Milano nei tempi antico, di mezzo e moderni, studiato nelle sue vie“ (Mailand 1855, Redaelli), ein Fremdenführer für Archäologen, in Spaziergängen vom Mittelpuncte der Stadt nach den einzelnen Stadtthoren, die Alterthümer Mailands in anregender Weise erklärend; – im Jahre 1853 gab er die Zeitschrift: „Il Telegrafo italiano“ (Mailand, Canadelli), populäre für die Jugend bestimmte Erörterungen der wichtigsten industriellen Gegenstände, heraus, und betheiligte sich längere Zeit an der Redaction des „Eco della Borsa“. Seit dem Erscheinen der „Letture di famiglia“, welche der östr. Lloyd in Triest verlegt, ist die Abtheilung darin: „Bollettino sulla storia industriale scientifica, letteraria d’Italia”, von seiner Feder. Im J. 1855 begründete er endlich die: „Cronaca. Giornale di scienze, lettere, arti, economia ed industria“ (Mailand, Canadelli, gr. 8°.), wovon zur Zeit der 3. Jahrg. in halbmonatlichen Heften, und damit in Verbindung ein: „Bollettino bibliografico“, die italienische Literatur der ganzen Halbinsel umfassend, erscheint. Die „Cronaca“ ist ein edleres Literaturblatt, welches über das geistige Leben Italiens, nach den verschiedensten Richtungen in ruhiger doch anregender Weise Mittheilungen enthält, und worin auch der Kritik eine stehende Rubrik eingeräumt ist.

Predari (Franc.), Bibliografia enciclopedica milanese (Mailand 1857, Carrara) S. 7, 128, 620. – Schmidl (Ad. Dr.), Oestr. Blätter für Literatur und Kunst. I. Jahrg. (Wien 1844, 4°.) I. Quartal. Literaturblatt, Nr. 10, S. 76. – (Brockhaus) Conversations-Lexikon (10. Aufl.) III. Bd. S. 616.