BLKÖ:Csáky von Keresztszeg, Nikolaus Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 3 (1858), ab Seite: 42. (Quelle)
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Csáky von Keresztszeg, Nikolaus Graf (Erzbischof von Gran, geb. 1698, gest. 1757). Ist ein Sohn des Grafen Stephan V. (gest. 1699) aus der dritten Ehe mit Maria Gräfin Barkóczy und ein Stiefbruder Emmerichs (s. d.) und Georgs I. (s. d.). Wurde zu Wien erzogen und ging dann nach Rom, wo er seine theologischen Studien, wie sein Stiefbruder, vollendete. Dann wurde er Domherr, 1737 Bischof von Großwardein, 1747 Bischof von Kalocsa u. 1751 Erzbischof von Gran und Primas von Ungarn. Nikolaus hinterließ ein Andenken im Lande, wie wenige Kirchenfürsten dieser Erde und worin er nur noch im Lande selbst Nebenbuhler besitzen dürfte. Es gab im ganzen Lande keine Lehranstalt, keine Pflanzschule des Clerus, kein Waisenhaus, in welchem nicht auf seine Kosten arme verwaiste Kinder aufgenommen und erzogen wurden. Er baute, wo es Noth that, zu Hunderten Kirchen, Schul- und Pfarrhäuser. Zu Großwardein führte er einen herrlichen Bischofsitz auf und stiftete daselbst ein Seminar; errichtete – was damals noch eine Seltenheit im Lande war – Eisen- und Glashütten, Tuchfabriken, um die Armen zu beschäftigen, und dem durch viele Kriege und bürgerliche Unruhen verarmten Lande neue Hilfsquellen zu eröffnen; den von dem Erzbischofe Patatich zu Kalocsa begonnenen Bau der Kathedrale vollendete er, und nach 10 Jahren stand eine der prächtigsten Metropolitankirchen da. Maria Theresia hatte ihn zum ersten Protector aller Lehranstalten im Lande ernannt, und Nikolaus löste die ihm gewordene Aufgabe, daß er Mäcen und Beschützer der Gelehrten mit Rath und That war. Haus und Schatz standen diesen immer offen. Noch in den letzten Monden seines Lebens ließ er auf einmal 20,000 fl. unter die Armen vertheilen. Seine übrige Habe war ohnedies meist den Dürftigen zugeflossen. Mit jeder neuen Würde steigerte sich seine Wohlthätigkeit, er wies oft mehr an seine Casse an, als sich darin vorfand. Der Redner an seinem Sarge zeichnete diesen Kirchenfürsten mit den Worten: „Arm hat ihn gemacht die bischöfliche, ärmer die erzbischöfliche, ganz arm die Primatialwürde.“ In der Capelle St. Johannes zu Preßburg wurde die sterbliche Hülle dieses Kirchenfürsten und Menschenfreundes ohne Gleichen bestattet.

Vajkovics (Imre), Celsissimus princeps Nicolaus e comitibus Csáky, archiepiscopus Strigoniensis, laudatione funebri celebratus (Tyrnau 1757, Fol.). – Ehrentempel der katholischen Geistlichen (Wien 1846, Dirnböck, 8°.) S. 122. – Hormayrs Taschenbuch (Wien 1826) VII. Jahrg. S. 398.