BLKÖ:Eder, Wilhelm

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Eder, Dominik
Band: 14 (1865), ab Seite: 433. (Quelle)
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* Eder, Wilhelm[BN 1] (Abt des Benedictinerstiftes Melk, geb. zu Feuersbrunn in Niederösterreich 9. Juni 1781). Trat in jungen Jahren in den Orden der Benedictiner zu Melk und legte im Jahre 1804 das Ordensgelübde ab. Seit dem Jahre 1838 Abt des Stiftes, wußte er den alten Ruf der Gelehrsamkeit, Frömmigkeit und Gastlichkeit desselben zu wahren. Ein Benedictiner aus der Josephinischen Zeit und Schule, verbindet der ehrwürdige Prälat mit einer unendlichen Erfahrung und Geschäftskenntniß die humanste Anschauung der Verhältnisse der Gegenwart und findet sich als aufgeklärter und weiser Priester des Herrn ohne Selbstzwang und ganz harmonisch hinein. Der Prälat ist Abgeordneter des niederösterreichischen Landtages und Mitglied des Abgeordnetenhauses des österreichischen Reichsrathes. Er war eines der thätigsten Mitglieder desselben, hat, obgleich er damals bereits die Achtzig überschritten, in keiner Sitzung gefehlt, und als Mitglied des Finanzausschusses und anderer Ausschüsse war er einer der promptesten bei der Verhandlung. Seine persönliche Liebenswürdigkeit, verbunden mit der Ruhe und Erfahrung des Greises, wirkten in den oft widerhaarigen Elementen des Abgeordnetenhauses vermittelnd und mancher Schritt der resoluten Opposition, die aber auch dem würdigen Prälaten Achtung zollte, blieb wohl in Folge dessen ungethan. Im Jahre 1862, damals 81 Jahre alt, unternahm Abt Eder, der bis dahin nie die Grenze des österreichischen Staates verlassen, eine Reise nach London zur Weltausstellung. Der Prälat ist Sr. Majestät Commandeur des Leopold-Ordens, feierte im Jahre 1854 sein fünfzigjähriges Priesterjubiläum und zählte im Reichsrathe zur Partei der Unionisten. Mit dem vorigen Staatsminister Ritter von Schmerling innig befreundet, fand dieser, wenn es ihm nach den Mühen seines schwierigen Amtes gegönnt war, einige Tage fern von der Residenz der ländlichen Ruhe zu genießen, bei seinem langjährigen bewährten Freunde in Melk ein glückliches Asyl, welches er immer wieder aufsuchte, so oft sich ihm Gelegenheit dazu darbot.

Kleines biographisches Lexikon, enthaltend die Lebensskizzen hervorragender, um die Kirche verdienter Männer (Salzburg 1861, [434] 8°.) S. 21. – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1862, Nr. 123. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1862, Nr. 212. – Volks- und Schützen-Zeitung (Innsbruck, 4°.) XVII. Jahrg. (1862), Nr. 97, S. 608: „Abt Eder von Melk im Jahre 1809“ [erzählt eine interessante Episode aus dem Leben des Prälaten]. –

Berichtigungen und Nachträge

  1. Eder, Wilhelm [Bd. XIV, S. 433], gestorben, 85 Jahre alt, an der Cholera im Stifte Mölk, am 24. September 1866.
    Hoffinger (Ritter v.), Oesterreichische Ehrenhalle u. s. w., wie bei Altschul, IV. 1866, S. 67. [Bd. 24, S. 399.]