BLKÖ:Edlinger, Johann Georg

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 3 (1858), ab Seite: 430. (Quelle)
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Edlinger, Johann Georg (Maler, geb. zu Graz 1741, gest. 1819). Den ersten Unterricht im Zeichnen erhielt er von einem Franziskaner-Mönche, dann kam er zu einem Maler, der ihn zu handwerksmäßigen Arbeiten, bei Kirchenverzierungen, Vergoldungen u. d. m. verwendete. Der Jüngling, der aber ein [431] seltenes Talent besaß, bildete sich selbst und begann Porträte zu malen, welche gefielen. 33 Jahre alt, kam er nach München, wo er sich bleibend niederließ und machte von dort Ausflüge in die Schweiz, Pfalz, in’s Baden’sche, wo seine Arbeiten sehr gesucht waren und er sich durch eigenes Studium sehr vervollkommnete. Im Jahr 1781 wurde er Hofmaler in München. Sein Fleiß, verbunden mit der Leichtigkeit, mit welcher er schuf, erklären die große Menge seiner Arbeiten. Unter andern hat er die Porträte von 200 Gelehrten und um Baiern verdienten Männern gemalt, deren Veröffentlichung durch den Kupferstich begonnen wurde. Schon waren 34 Bildnisse von John (s. d.) in Kupferstich vollendet, als E.’s Tod das Unternehmen hemmte. Der Buchhändler Fleischmann in München brachte nunmehr die fertigen Platten an sich und begann die Herausgabe derselben unter dem Titel: „Sammlung von Bildnissen berühmter Männer, gemalt vom Hofmaler Edlinger, gestochen von John“ (München 1822, gr. 4°.), wovon aber nur das erste Heft erschien. In E.’s Nachlasse fanden sich unter andern zwei von Kunstkennern den Arbeiten eines Mengs gleichgestellte Stücke: „Ein Einsiedler betrachtet einen Totenkopf“ und „Ein Einsiedler vor ihm Brod und Trinkkrug“. E.’s Manier mahnt an jene Rembrandts, er hat es durch Selbstbildung auf eine so hohe Stufe gebracht.

Nagler (G. K. Dr.), Neues allg. Künstl.-Lexikon (München 1835 u. f., 8°.) IV. Bd. S. 78.