BLKÖ:Edlinger, Karl Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 3 (1858), ab Seite: 431. (Quelle)
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Edlinger, Karl Ritter von (Artillerie-Oberst, geb. zu Neu-Bistritz in Böhmen 30. Oct. 1798, gest. 26. Juli 1857). Ist der Sohn eines Gewerbsmannes, besuchte in seiner Vaterstadt die Schulen und sollte eben das Geschäft seines Vaters übernehmen, als er am 6. Mai 1815 zum Inf.-Reg. Nr. 54 assentirt wurde. Wenige Tage darnach kam er zum 4. Artillerie-Regimente, wo er bald Kanonier, dann Korporal und 1819 Feuerwerker im Bombardier-Corps wurde. Am 10. Oct. 1825 avancirte er zum Lieutenant, 1. März 1835 zum Oberlieutenant, 1. Nov. 1844 zum Kapitän, 1. Dec. 1847 zum Hauptmann. Anfangs 1848 stand E. in Italien. Er war als Batterie-Respicirungscommandant im 2. Armeecorps eingetheilt. Mit einer 6pfünder- und einer Cavallerie-Batterie focht er bei Lucia (6. Mai), mit einer 12pfünder bei Goito, dann bei Vicenza (10. Juni). Obgleich von einer Flintenkugel verwundet, legte er das Commando nicht nieder und zeichnete sich so aus, daß er im Armeerapporte unter den Helden des Tages genannt wurde. Bei Novara gab E. neue Beweise seines Muthes und seiner Einsicht, insbesondere als er, die kritische Sachlage erkennend, unaufgefordert von einer rückwärtsstehenden Brigade die Fußbatterie Nr. 12 herbeiholte, und so wesentlich zur siegreichen Entscheidung des Tages beitrug. Se. kaiserl. Hoheit Erzh. Albrecht stellte dem braven Soldaten solch ein Zeugniß über sein Verhalten an diesem Tage aus, daß ihm Se. Majestät das Ritterkreuz des Leopold-Ordens verliehen. Später that sich E. noch beim Angriff auf Livorno und bei der Belagerung von Venedig hervor. Am 13. Juli 1849 wurde E. Major, 1854 Oberstlieutenant und 1856 Oberst und Commandant des 3. Artill.-Regts. Doch schon im nächsten Jahre – nachdem er 42 Jahre gedient – ereilte ihn der Tod im Alter von 59 Jahren. E. war seit 1828 mit Fräulein Karoline von Körössy vermält.

Dr. Hirtenfelds Oestr. Militär-Kalender für das J. 1858, S. 238. – Ritterstands-Diplom vom 25. Sept. 1852. – Wappen. Gevierteter Schild. Im oberen rechtsliegenden rothen Felde steht auf einem am Fußrande sich verbreitenden Rasengrunde eine einwärtsgekehrte abgeprotzte goldene Kanone. Im [432] oberen linken goldenen Felde erscheint ein aufgerichteter, auf der Schildestheilung schreitender rother doppelgeschwänzter Löwe mit ausgeschlagener rother Zunge, welcher mit der rechten Vorderpranke eine brennende Granate emporhält und in der linken einen ovalen Eisenschild trägt. Das untere rechte blaue Feld durchzieht auf einer den Fußrand einnehmenden grünen Ebene eine aus Quadern erbaute, gezinnte, mit Schießscharten versehene Mauer mit einem verschlossenen schwarzen Thore, in welchem das Fallgitter von Gold zur Hälfte herabgelassen und zu dessen beiden Seiten je eine Bresche zu sehen ist. Hinter den Zinnen ist nächst dem rechten Seitenrande ein Thurm mit einem hohen gespitzten rothen Dache, dann über dem Thore ein ähnlicher Thurm und an dessen linker Seite eine Kirche gleichfalls mit einem rothen Dache zu sehen. Das untere linke Feld durchzieht ein schmaler silberner rechter Schrägebalken, welcher mit drei schrägrechts übereinander gestellten Pfeilen belegt ist. Auf dem Hauptrande des Schildes ruhen zwei gegeneinandergekehrte Turnierhelme, jeder derselben mit einer goldenen Krone; aus jener des rechten Helmes wächst ein dem Löwen des oberen linken Feldes ähnlicher Löwe hervor, aus jener des linken Helmes ragen zwei mit den Sachsen gegeneinandergekehrte Adlerflügel, beide von silber und rother Farbe sechsmal in die Länge gestreift, ersterer mit einem silbernen linken je mit drei Pfeilen belegten Schrägebalken durchzogen, empor.