BLKÖ:Franzoni, Sebastian

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 4 (1858), ab Seite: 344. (Quelle)
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Franzoni, Sebastian (Gelehrter, geb. zu Thiene im Gebiete von Vicenza Febr. 1687, gest. ebenda April 1779). Sohn wohlhabender Eltern, trat zu Ende 1699 in’s Seminar von Padua, und nach beendeten Studien in den geistl. Stand. Er bekleidete nun eine Professur am gedachten Seminar durch 22 Jahre. 1731 schied er aus der Anstalt und errichtete in Padua ein Erziehungsinstitut für junge Leute, das er nach seinem Namen Franzonium nannte. Dasselbe wurde von Söhnen der edelsten Familien des Landes besucht und blühte. 1760 löste er es selbst auf, übersiedelte nach Vicenza und 1764 in seinen Geburtsort, wo er noch 15 Jahre zurückgezogen lebte und im hohen Alter von 92 Jahren starb. Er hatte sowohl mehrere von den Bischöfen von Padua ihm zugedachte höhere Kirchenämter als Berufungen an die Akademien nach Parma und Turin beharrlich ausgeschlagen, das ruhige der Wissenschaft gewidmete Leben dem äußerer Ehren und Würden vorziehend. F. war ein ausgezeichneter Redner und schrieb classisches Latein. Eine Sammlung seiner Reden erschien unter dem Titel: „Orationes sex publice habitae in Seminario patavino“ (Padua 1737), einen Anhang dazu bilden noch: „Oratio in funere Jo. Francisci Cardinalis Barbadici episc. patavini“ und „In funere Franc. Doleonii Canonici patavini“ nebst der „Epistola ad amicum de vita et studiis Jacobi Jacobetti. – Seine übrigen Reden, theils Nekrologe, theils Festreden sind: „Oratio in funere rev. P. magistri Josephi Mar. Bonagentis“ (1743); – „Oratio ad Hermolaum Barbarum D. Marci procuratorem electum“ (1750); – „Oratio ad Angelum Contarenum D. Marci proc. elec.“ (1754); – „Oratio itala in funere Francisci Lucardae rect. eccl. Monial. S. Silvestri“ (1764); – „Oratio ad Jo. Columbum equ. ac magnae ven. reip. Cancellariae“ (1765); – „Oratio itala in funere Aegydii Rodulphi [345] thienensis archipresbyteri“ (1773). Diese letzte, nebst vielen andern bei verschiedenen festlichen Anlässen gehaltenen Reden, dann vermischte Aufsätze, lateinische und italienische Epigramme, sind in Handschrift geblieben.

Ferrari (Joh. Bapt), Vitae viror. illustrium Seminarii Patavini ecc. (Padua 1815, Seminardruck.) S. 140.