BLKÖ:Freund, Karl

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 4 (1858), ab Seite: 351. (Quelle)
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Freund, Karl (Publicist, geb. zu Zsidovár in Ungarn 1. Nov. 1818). Sein Vater Franz Xaver war königl. Rath und Inspector, verlor aber in Folge seiner Betheiligung als Deputirter am ungar. Reichstage im J. 1848 seinen Posten. Als Schriftsteller gab er heraus: „Thalia. Kritische Beurtheilungen der dramat. Darstellungen auf dem Stadttheater zu Temesvár 1828“; – „Die Wundersalbe“; – „Der Burgschacht“ und mehrere andere Dichtungen in der „Iris“ 1826 und 27. Ein Trauerspiel „Virginia“ wurde zur Aufführung nicht zugelassen. – Sein Sohn Karl studirte die Rechte und trat im J. 1837 bei der königl. Cameral-Domainen-Verwaltung zu Temesvár in den Staatsdienst, später aber zur ungarischen und über specielle Berufung des damaligen Hofkammer-Präsidenten Freiherrn von Kübeck zur allgemeinen Hofkammer über. 1845 wurde er Secretär der obersten Hofposten-Verwaltung, 1850 unter Bruck Secretär der General-Direction der Communicationen und unter Baumgartner 1852 Referent. In Folge seiner polit. Haltung im J. 1848 wurde er nach dieser Zeit in den zeitlichen Ruhestand versetzt und trat später als Secretär in die Dienste der Theißeisenbahn-Gesellschaft, welche Stelle er jetzt noch bekleidet. Seine Betheiligung an den Ereignissen des J. 1848 machte seinen Namen in weiteren Kreisen bekannt. Als sich im April 1848 das vorzugsweise von Fischhof (s. d. S. 253) in’s Leben gerufene „politische Central-Comité der Bürger, National-Garden und akadem. Legion“ constituirte (später unter dem Vorsitze des Grafen Montecuccoli), trat Freund als Vertreter des Bezirkes Landstraße in dasselbe ein, welchen er nach dem 18. Mai auch im „Sicherheitsausschusse“ vertrat, zu dessen Vicepräsidenten er gewählt worden. Vom Wahlbezirke Matzleinsdorf wurde er in den Gemeinderath von Wien gewählt und nahm Theil an allen Verhandlungen und Arbeiten desselben im October während der Belagerung Wiens. Die wichtigeren Schriften des Gemeinderathes während dieser Epoche haben ihn zum Verfasser. In der Frage wegen Herbeirufung der ungar. Armee stimmte er dagegen und lehnte in einer an das Studenten-Comité gerichteten Erklärung diese Forderung entschieden ab. Nach Wiens Einnahme mußte F. mit noch einigen Collegen aus dem Gemeinderathe austreten. Im Drucke gab er in jener Zeit heraus: „Reichstags-Gallerie. Geschriebene Portraits der hervorragendsten Deputirten des ersten österr. Reichstages“, 4 Hefte (Wien 1848 und 49, Jasper u. s. w). Seine öffentlich gehaltenen Reden im Auszuge sind in den Zeitungen des J. 1848 enthalten und im „Pesther Lloyd“ (1857 und 58) sind die Eisenbahn-Artikel aus seiner Feder.

Demokrat (in der neuen Folge unter dem Titel „Wanderer“) 1848, Nr. 157 (Blatt vom 3. Juli). – Humorist 1848, Nr. 202 (23. Aug.) [enthält seine Rede aus Anlaß der Arbeiter-Excesse]. – Austria. Kalender, herausgeg. von Kaltenbaek (Wien, Klang, gr. 8°.) X. Jahrg. S. 370 u. 71 [enthält die Schlußrede bei Auflösung des Sicherheitsausschusses].